Die Raumflotte von Axarabor #2: Die Götter sind falsch

Axarabor, Volume 2

Wilfried A. Hary and Marten Munsonius

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2018.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Die Götter sind falsch

Copyright

Prolog

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About the Publisher

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Die Götter sind falsch

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Die Raumflotte von Axarabor -  Band 2

von Wilfried A. Hary und Marten Munsonius

Der Umfang dieses Buchs entspricht 80 Taschenbuchseiten.

Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

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Copyright

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

nach einer Idee von Marten Munsonius: „Sie sind wie Götter – und ohne Gnade!“

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Prolog

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So wurde es zumindest überliefert: „...dies ist eine Geschichte ohne Anfang und Ende... und in dieser Geschichte werden keine Gefangenen gemacht! Und trotzdem ist es eine Geschichte von Liebe und Leidenschaft, Hoffnung und Schmerz, von Sehnsucht und Zurückweisung. Doch am Ende bleiben nur Folter und Tod – und RACHE!“

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Und so viel ist sicher:

Dies ist unter anderem die Geschichte von einem Kommandanten namens Captain Dawn und seiner Geliebten Fay Wray, Anführerin eines Corps von eintausendzweihundert Planetensoldaten. So nannte man auf dem Militärkreuzer SUPERSCOUT die Soldaten der Landetruppen in den AUSWERFERN, den kleinen Beibooten, die im Zielsystem in die habitable Zone eindringen sollten, um festzustellen, was mit den Menschen der ersten Besiedlungswelle geschehen war, um den schon so lange offen stehenden Geheimnissen endlich auf die Spur zu kommen.

Denn manchmal waren gut neuntausend Jahre vergangen, und niemals - wirklich niemals! - hatte man von den verlorenen Schiffen, von diesen Siedlern, wieder etwas gehört. Niemals hatte man mit dem Imperium und Axarabor wieder Kontakt aufgenommen, und das war einfach nur beunruhigend!

Dass in den vergangenen Jahrtausenden einige Scouts bereits versucht hatten, im Zielsystem nachzuforschen, ohne jemals wieder zurück zu kehren oder auch nur eine Botschaft zu übermitteln, kam noch erschwerend hinzu. Kein Wunder, dass irgendwann dieses System zur streng verbotenen Zone erklärt worden war.

Bis heute für alle, außer eben für Captain Dawn und sein Schiff OVERSCOUT, weil er im direkten Auftrag der Raumflotte von Axarabor hierhergekommen war. Denn er war so etwas wie die Aufräumtruppe und wurde immer erst dann auf den Weg geschickt, wenn alle früheren Versuche, dem spurlosen Verschwinden von Siedlungsschiffen auf die Spur zu kommen, gescheitert waren.

So konnte man mit Fug und Recht behaupten, es handelte sich um ein Himmelfahrtskommando der übelsten Sorte...

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Captain Dawn war nun einmal hier und war nun einmal der Kommandant. Er musste sich schnell entscheiden, weil sein Schiff, die Overscout (sinngemäß so aus der Amtssprache von Axarabor übersetzt: Mehrere gescheiterte Scoutversuche mündeten eben zwangsläufig irgendwann im Overscout-Versuch), bereits kurz davor war, in das System einzudringen. Auf der Planetenebene, wo das Sonnensystem quasi eine Scheibe bildete und sie sämtliche Planetenbahnen durchkreuzen mussten, um zum Zentrum zu gelangen.

Nur so war gewährleistet, dass sie Zeit hatten, das System sorgfältig zu scannen nach möglichen Gefahren, lange bevor sie die habitable Zone erreichten. Wären sie gewissermaßen von oben in die gedachte Scheibe eingedrungen, also in die Ebene der Ekliptik, hätten sie die habitable Zone unmittelbar erreicht. Aber Captain Dawn war davon ausgegangen, dass die Hauptgefahr eben genau innerhalb der habitablen Zone zu finden war, und wollte erst einmal alle möglichen Gefahren außerhalb ausgeschlossen haben.

Innerhalb der habitablen Zone befanden sich drei Planeten, wie er wusste. Und er musste sich entscheiden, welchen dieser Planeten sie besonders ins Visier nehmen mussten.

Die KI an Bord hatte alle diesbezüglichen Vorschläge anhand der leider eher ungenauen Überlieferungen und eigenen, wenngleich nur vorläufigen Scanergebnissen bereits gemacht und zugleich einen Status der Wahrscheinlichkeit berechnet, um auf die beste Alternative hinzuweisen.

Die Auswerfer, wie sie die kleinen Kampfbeiboote der Landeeinheiten nannten, waren bereit, wenngleich noch unbemannt. Seine Entscheidung würde auch beinhalten, dass sie programmiert wurden auf eben jenen Planeten, den sie hauptsächlich ansteuern sollten.

Captain Dawn war bald gewillt, die Entscheidung der KI vorbehaltlos zu übernehmen, als der EO (der erste Offizier) mit Namen Ferim Gareim eine fast unsichtbare Störung meldete.

Fast unsichtbar wohlgemerkt, sonst wäre sie gar nicht entdeckt worden von den hypersensiblen Detektoren des Schiffes Overscout.

Plötzlich flackerten alle Holoprojektionen, und das Kommandoschiff raste für einige Sekunden aus dem sogenannten DÜSTERRAUM kommend - nach den Vorstellungen der Besatzung der interstellare Raum zwischen den Sternensystemen, da, wo es höchstens mal ein paar hundert Atome pro Kubikmeter gibt, manchmal auch FINSTERRAUM genannt - blind weiter in das weitgehend noch unerforschte System von ARIANE 31 hinein.

Captain Dawn senkte den Kopf und fing an zu beten, zu SETNA, sicherheitshalber auch noch zu den unsichtbaren und nie nachgewiesenen RAUMVERSCHLINGERN, welche angeblich in besonders gefährlich erscheinenden Zielsystemen die habitable Zone durchstreiften, immer auf der Lauer, wieder einmal eines der Schiffe der Flotte von Axarabor zu vernichten.

Er schaute nicht auf, als er auf der Brücke den Befehl gab, jetzt schon vorsichtshalber ein paar VERDICHTER in Richtung habitable Zone auf den Weg zu schicken – Bojen von zehn Metern Länge und fünf Metern Umfang, mit Lebewesen der dritten Klasse gefüllt. Um die Raumverschlinger vom Mutterschiff abzulenken und natürlich auch von den Auswerfern.

Wissenschaftlich gesehen war der Sinn einer solchen Maßnahme genauso wenig nachgewiesen wie die Existenz der Raumverschlinger selbst, aber Raumfahrer, die zu Setna beteten und die man daher Setnaer nannte, kümmerten sich in diesen Fragen nicht um Wissenschaft. Sie hatten ihr eigenes und für sie allein gültiges Bild vom Weltall, und vielleicht würden die Verdichter ja tatsächlich die Raumverschlinger ablenken, und sie konnten weiter sich der habitablen Zone nähern, ohne dass ihr Militärkreuzer Overscout angegriffen oder beschädigt wurde? Dann galt dasselbe natürlich auch für die Auswerfer.

„Die Auswerfer auf den dritten Planeten des Systems programmieren, vollautomatisieren, jetzt!“, kam der Befehl über Dawns Lippen, ganz unbewusst eigentlich, weil er gleichzeitig auf die Holos schaute, um zu erraten, was da draußen eigentlich wirklich vorging. Denn es war noch immer nichts zu sehen. Und aus den Sekunden wurden gefühlte Ewigkeiten...

Nun, wenn die Raumverschlinger, um die allein es sich nur handeln konnte, schon so weit vor der habitablen Zone, die Verdichter ungeschoren ließen, hieß das ja nicht, dass sie dadurch nicht doch abgelenkt oder zumindest irritiert wurden. Wenn nicht, blieb die Gefahr, auf die man mit anderen Mitteln angemessen reagieren musste.

Doch wie?

Die verschmähten Verdichter konnte man ja später wieder einsammeln. Dieses Später musste man allerdings erst einmal erleben!

Die Verdichter hatten sich doch bislang immer bestens bewährt, und nicht nur Captain Dawn war der festen Überzeugung, dass er deshalb überhaupt bis jetzt jede Selbstmord-Mission lebend überstanden hatte.

Aber sicher konnte man natürlich nie sein, trotz dieses Manövers, denn selbst die besten Aufzeichnungsgeräte wiesen bis jetzt dort draußen, in der Richtung, in die sie flogen, nur Schemen und Schlieren nach, wie er sah, als endlich die Holos wieder funktionierten. Und die Bord-KI war selber unsicher, was da draußen wirklich vorging, also wie man diese mehr als diffusen Messergebnisse einordnen sollte.

Blieb zunächst die Frage: Gab es eine Reaktion auf die Verdichter?

Nicht erkennbar!

Verdammt, die unbeschreiblichen, weil unsichtbaren Raumverschlinger zeigten möglicherweise gar kein Interesse an den Lebewesen in den Verdichtern? Wonach gierte es sie denn sonst?

Noch bevor Captain Dawn den energetischen Schutzschirm hochfahren lassen konnte, als zusätzliche Maßnahme zum Schutz der Overscout, war ihm die KI bereits zuvor gekommen, um immerhin schätzungsweise dreißig Sekunden, die er sich selbst noch Bedenkzeit eingeräumt hatte.

Das ist jetzt wirklich zu früh, dachte Captain Dawn verstimmt, denn die dreißig Sekunden länger maximalen Energieverbrauch würde er natürlich später vor der Hochadmiralität rechtfertigen müssen, was er hasste wie die sprichwörtliche Pest.

Er fletschte die Zähne, und wenn er die Möglichkeit gehabt hätte, ja, dann hätte er der Bord-KI jetzt mal ordentlich, das heißt unmissverständlich, gezeigt, wer hier wirklich das Sagen hatte.

Aber ohne die Möglichkeit dazu...

Die KI hatte eine Sicherheitsschaltung, eine tief einprogrammierte Applikation, garantiert unveränderbar, und die siegte immer. Damit eben niemals jemand eine solche KI missbräuchlich verwenden konnte. So hieß es zumindest.

Aber dadurch hatte sie eigentlich so gut wie immer das letzte Wort!

Ohne sich jemals dafür rechtfertigen zu müssen, wohlgemerkt!

Rechtfertigen, ja, das musste sich dann immer nur der jeweilige Captain. Und manchmal – zumindest manchmal! – beschlich den einen oder anderen betroffenen Captain innerhalb der Flotte das leise Gefühl, nur deshalb überhaupt eingesetzt worden zu sein, um am Ende als Sündenbock zu dienen und alles das zu rechtfertigen, was entschieden wurde, weil halt niemand die KI zur Rechenschaft ziehen konnte.

Solange diese sich auf die Sicherheitsschaltung berufen konnte zumindest.

Eingedenk dessen schloss er jetzt nur die Augen und hoffte, dass nichts passieren würde.

Obwohl: Vielleicht wäre es ja besser, es würde was passieren, was er dann später als Begründung für die zusätzliche Energieverschwendung anführen konnte?

Einfluss hatte er jedenfalls nicht mehr darauf. Seine einzige Aufgabe bestand, objektiv betrachtet, jetzt nur noch darin, zu hoffen. Egal, in welche Richtung diese Hoffnung auch gehen mochte.

Und dann... kam es sowieso anders als auch nur zu ahnen gewesen wäre. Es kam, wie es ein Albtraum nicht anders hätte vorgeben können.

Das Schiff raste nicht mehr länger nur irritiert durch irgendwelche unerklärliche Phänomene und ansonsten ungeschoren in das System von Ariane 31 hinein, weil plötzlich vor ihm Torpedos wie aus dem Nichts auftauchten und den energetischen Schutzschirm trafen.

Ja, reale Torpedos, also etwas, was niemand den unfassbaren Raumverschlingern zugetraut hätte. Denn diese hätten – wenn sie sich schon nicht ablenken ließen von den Verdichtern – doch normalerweise einfach nur die Overscout verschlungen, wie es ihrer namengebenden Natur entsprach, nicht wahr?

Außerhalb des Schiffes entstand das reine Inferno. Eine energetische Hölle, die alles vernichtet hätte.

Ja, ein Glück jetzt, dass die Abwehrfelder des energetischen Schutzschirms längst aufgebaut waren, sonst hätte es das Schiff in der Tat ganz einfach zerfetzt.

Konnte er das in seinem Bericht verwenden?

Welcher Bericht, wenn er dann vielleicht gar nicht mehr lebte?

Er wagte es, den Kopf zu heben.

Die Holos standen nicht nur wieder, sie waren hundertprozentig stabil. Sogar die Treffer in den Abwehrfeldern verursachten keinerlei Störung mehr.

Doch dann, ohne KI-Warnung, schien der Raum dort draußen sich irgendwie aufzulösen.

Oder verkrümmte er sich zusätzlich, obwohl dies physikalisch unmöglich erschien?

Bei Setna: