Die Raumflotte von Axarabor #5: Die Fesseln der Sternensee

Wilfried A. Hary

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2018.

Inhaltsverzeichnis

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Die Fesseln der Sternensee

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About the Publisher

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Die Fesseln der Sternensee

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Die Raumflotte von Axarabor -  Band 5

von Wilfried A. Hary

Der Umfang dieses Buchs entspricht 72 Taschenbuchseiten.

Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

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Copyright

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

Nach dem gleichnamigen Exposé von Marten Munsonius

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Stürze dich mit mir in die Tiefe. Das ist die einzige Chance, mich zu besiegen!“, flüsterte die Stimme in seinem Kopf.

Baldyr Sholan, der Teleporter aus der Psychonauten-Crew um Kommandant Xirr Prromman, war sicher, dass dieses Wesen, das in seinen Kopf eingedrungen war, ihn belog. Und er spürte eine Anspannung in seinen Lenden, die er so schon lange nicht mehr gespürt hatte.

Da war sein Verlangen, seine Begierde, und dort ein unbändiger Wille, ihn zu beherrschen und notfalls sogar zu vernichten.

Daher war er sich sicher, dieser Einflüsterung keinen Glauben schenken zu dürfen, weil die primitive Begierde dahinter viel zu stark war – so stark eben, dass sie sogar auf ihn übergriff...

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Auszug aus dem Logbuch des Entdeckerschiffes SCOUT 1123, vor der dritten Besiedlungswelle:

„...kein intelligentes Leben auf AMOSE. Die Tier- und Pflanzenwelt ist typisch für eine frühzeitliche Welt: Ausgedehnte Dschungel wechseln ab mit gigantischen Farnwäldern und diese wiederum mit trockenen Savannen, staubigen Wüsten und abgrundtiefen Meeren. Einer Besiedlung steht ausdrücklich nichts dagegen. Die Siedler müssen allerdings Schutzmaßnahmen gegen aggressive Raubtiere ergreifen, wie es auf solchen Planeten üblich ist...

...Herausragend zu erwähnen innerhalb der dominanten Spezies sind die KeSan. So genannt nach unserem Exobiologen Kenneth Sandorn. Sie stehen auf der halbintelligenten Entwicklungsstufe früher Menschenaffen, ohne jedoch deren Aussehen zu besitzen: Sie sind eine Mischung aus Pflanze und Tier, ähneln dabei zerbrechlich wirkenden, laubfreien Baumsetzlingen von bis zu einem Meter Höhe, die sich auf dürren Beinästlingen nur mühsam fortbewegen können.

Auffallend ist, dass sie sich dennoch gegenüber den großen, saurierähnlichen Raubtieren, wie sie bereits beschrieben wurden, behaupten können. Kenneth Sandorn bescheinigt ihnen ausgeprägte PSI-Fähigkeiten. Einige Exemplare wurden von ihm betäubt und vor ihrer erneuten Freilassung gründlich untersucht. Er untermauert seine These damit, dass die KeSan weder über natürliche Waffen noch über Werkzeuge verfügen und körperlich viel zu empfindlich sind, um anders als mit ihren PSI-Fähigkeiten überleben zu können...“

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Die Order des Gewählten Hochadmirals war eindeutig:

Geheimauftrag in Sachen AMOSE!

Die Psychonauten-Crew des namenlosen Schiffes von Kommandant Xirr Prromman verbündet sich mit dem Lastenraumschiff SURPRISE unter dem Kommando von Captain Ernest Stillwater. Die SURPRISE nimmt das namenlose Schiff der Crew mit an Bord, wie ein Beiboot.

Ziel der gemeinsamen Mission: Herausfinden, was nach der dritten Besiedlungswelle mit den Siedlern auf AMOSE geschehen ist. Unbedingt möglichst viele Exemplare der PSI-fähigen KeSan zu weiteren Forschungszwecken einfangen, betäuben und unversehrt für weitere Forschungszwecke nach Axarabor bringen!

Ein Auftrag, der naturgemäß für das Psychonauten-Team Unbehagen bereithielt. Und nicht nur bei ihnen. Schon bei der ersten Begegnung mit dem bärbeißigen Raumveteranen Captain Stillwater zeigte sich, wie wenig dieser von ihnen hielt: Für ihn war das eine unzumutbare Blechbüchse, die an Bord zu nehmen schlimmer noch zählte als die Akzeptanz einer ansteckenden Seuche.

Kaum waren sie in einem ausreichend großen Hangar der SURPRISE untergekommen, mussten sie sich auch noch sagen lassen, unter keinen Umständen jemals ihr Raumschiff verlassen zu dürfen.

Sie durften also tatsächlich keinen Fuß auf das „pieksaubere Vorzeige-Lastenschiff“ setzen und mussten die ganze Zeit über an Bord ihrer „rostigen Dreckschleuder von Blechbüchse“ bleiben .

Da war Krisensitzung angesagt.

Vor allem Phillis von den Sternen war außer sich:

„Was bildet sich dieser hirnamputierte Idiot von einem altersschwachsinnigen Captain von...“, begann sie die Debatte.

Es war nicht leicht für Kommandant Xirr Prromman, ihre Hasstirade zu stoppen, doch es gelang ihm schließlich dieses Kunststück.

„Nur mal langsam!“, zischte er. „Es wird bekanntlich nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Erstens einmal ist die Rede von einem gemeinsamen Auftrag. Dabei sind die Rollen ja eigentlich ganz klar verteilt, ohne dass dies extra noch betont werden müsste: Wir sind für PSI zuständig, dieser seltsame Captain Bärbeißig seinerseits ist ausschließlich dafür da, jene KeSan in einem Stück nach Axarabor zu bringen. Während für die Sicherheit immerhin Major Ssrunn Parsso zuständig ist, übrigens ein Echsenmensch wie ich! In ihm haben wir ganz klar einen wichtigen Verbündeten auf unserer Seite. Nötigenfalls sogar gegen Captain Bärbeißig!“

„Der ist gut: Captain Bärbeißig!“, feixte Derwinia Tuamor. „Ich hatte da an Captain Raubein gedacht, aber Bärbeißig ist eindeutig besser!“

Niemand ging darauf ein. Nur Kanot Borglin, ihr Exmann von vor über hundert Jahren, gönnte ihr einen kurzen Seitenblick. Er konnte sich noch immer nicht damit anfreunden, seine Exfrau – immerhin damals die meistgesuchte Terroristin des Universums – als Crewmitglied ertragen zu müssen. Obwohl er sich dazu zwang, sich das zumindest nicht mehr anmerken zu lassen.

Phillis reichte es nicht ganz, um sich zu beruhigen.

„Dem werde ich auf jeden Fall noch einen Denkzettel verpassen. Ich haue ihm noch eine rein. Mindestens eine! Worauf ihr einen lassen könnt!“

Es hätte nichts genutzt, hätte Xirr sie jetzt genau davor gewarnt. Wenn Phillis sich über etwas ärgerte, war sie kaum zu bremsen. Aber er war sicher, dass die Zeit wieder Ruhe über sie bringen würde.

„Also fliegen wir jetzt sozusagen Huckepack mit dieser SURPRISE nach AMOSE!“, stellte Forsan Kumir fest, der muskelstarrende Schönling, wie Phillis ihn gern nannte. Er nahm es ihr nie krumm, sondern lachte nur darüber. Höchstens dass er mal wieder fragte, wie sie ausgerechnet auf die Idee gekommen war, sich „von den Sternen“ zu nennen. Weil er darauf noch niemals eine Antwort erhalten hatte – zumindest keine einleuchtende.

Xirr nickte ihm zu.

„Alles kein Problem für uns. Wir müssen ja nicht an Bord des Lastenschiffes herumlaufen. Hier haben wir alles, was wir brauchen. Vielleicht, dass wir noch Major Ssrunn Parsso bei uns an Bord begrüßen werden. Ich habe ihn jedenfalls eingeladen.“

„Ihn?“, hakte Derwinia nach.

Xirr zeigte das echsenmäßige Äquivalent eines Lächelns.

„Nein, eigentlich weiblich, aber Major ist als Titel männlich.“

„Aha?“, wunderte sich jetzt Phillis.

Baldyr Sholan, der Teleporter, dürr und wie mumifiziert wirkend, wie sich seine Rasse an den Planeten angepasst hatte, von dem er stammte, winkte ab.

„Eigentlich würden mich eher die Wissenschaftler interessieren, die mit an Bord gegangen sind. Sie sollen sich vor Ort um die KeSan kümmern, abgesichert von der mehrere hundert Köpfe starken Sicherungstruppe unter dem Major. Sie sollen diese seltsamen Wesen also einfangen, betäuben und für die Reise in entsprechende Tanks stecken, Cryotanks nicht unähnlich.“

„Und wozu?“, fragte ihn Forsan direkt.

„Immerhin geht es doch um PSI-Wesen, nicht wahr? Also um etwas, was offiziell zu hundert Prozent geleugnet wird. Und jetzt, nach Jahrtausenden, hat man endlich das mögliche Potenzial entdeckt? Wo kommen diese Wissenschaftler überhaupt her, die es gar nicht geben sollte? Was wissen sie überhaupt über PSI? Ja, wissen sie überhaupt etwas?“

Jetzt lachte Phillis auf einmal.

„Gute Einwände, Baldyr, hätte dir keiner zugetraut.“

„Na, dann danke!“, entgegnete der Teleporter eingeschnappt.

Phillis winkte mit beiden Händen ab.

„Nicht doch, Baldyr, ich meine das wirklich nicht böse, sondern gebe dir recht. Wieso haben die sich noch nicht mit uns in Verbindung gesetzt? Ich meine, was suchen wir dabei überhaupt? Mir erscheint es so, als wären die Rollen völlig klar: Die Wissenschaftler gehen in den Einsatz, beschützt von den Sicherungsleuten. Die Crew von Captain Bärbeißig besorgt den Transport – und wir halten inzwischen die Füße still – und nicht nur die Füße!“

Schon wieder begann sie sich aufzuregen.

„Schluss jetzt!“, herrschte Xirr sie härter an als von ihm gewöhnt. „Wir wollen uns in nichts hineinsteigern. Unsere Rolle ist tatsächlich klar: Wir werden sämtliche Maßnahmen unterstützen, mit unseren eigenen Mitteln. Dafür müssen wir das Schiff überhaupt nicht verlassen. Wir bleiben hier, verzichten auf den Anblick von Captain Bärbeißig – und gut ist es!“

Phillis deutete mit dem Daumen auf ihn und wandte sich an die anderen:

„Klar, zu erwähnen vergessen hat er nur die dringend nötige Beschäftigung mit einem gewissen weiblichen Major!“ Sie zwinkerte mit einem Auge, was Xirr zu einem wilden Schnauben veranlasste.

Aber er beherrschte sich meisterlich und löste die Krisensitzung auf mit den Worten:„Entspannen wir uns. In einer Minute erfolgt der Start der SURPRISE.“

Ein kurzer Blick noch zu dem schmächtigen, zerbrechlich wirkenden Solan Pronn hinüber. Er hatte nichts gesagt. Wie sonst auch immer. Und ihm war nicht anzusehen, was er dachte.

Ob er jetzt überhaupt etwas dachte?

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4

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Die gesamte Reise verbrachte