Die Raumflotte von Axarabor #12: Der verlassene Planet

Axarabor, Volume 12

Wilfried A. Hary

Published by Uksak Sonder-Edition, 2018.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Der verlassene Planet

Copyright

Prolog

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About the Publisher

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Der verlassene Planet

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DIE RAUMFLOTTE VON Axarabor -  Band 12

von Wilfried A. Hary

Der Umfang dieses Buchs entspricht 78  Taschenbuchseiten.

Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

Kanot Borglin – Treuer Soldat im Dienste der Raumflotte von Axarabor wird auf dem Planeten SAMUT EILLIOT abgesetzt. Er will einem alten Geheimnis auf die Schliche kommen: Wieso verschwanden alle Siedler dieser Welt spurlos, ihre Gebäude blieben aber all die Jahre intakt?

Er ahnt nicht, was er finden wird...

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Copyright

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EIN CASSIOPEIAPRESS Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author / Titelbild 3000 AD, 123rf mit Steve Mayer

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Prolog

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DIE VERLASSENE SIEDLUNG lag direkt vor ihm, von der hohen Stadtmauer und automatischen Selbstschussanlage gesichert. Kanot Borglin ging langsam darauf zu, nicht nur mit angespannten menschlichen Sinnen, sondern mit voll aktivierten Augmentierungen. Damit konnte er Dinge wahrnehmen, die jedem lebenden Wesen verborgen geblieben wären. Zumindest jedem lebenden Wesen, das ihm bisher begegnet war...

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1

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EIN BLICK IN DIE RUNDE erbrachte kein Ergebnis. Aber das hatte nichts zu sagen. Kanot Borglin war soeben erst von seiner Crew abgesetzt worden. Allein. Weil er das so gewollt hatte.

SAMUT EILLIOT, nach seinem Entdecker so benannt, war eine Welt, die vor zweitausend Jahren besiedelt worden war. Ziemlich genau sogar. Die Siedlung hatte sich die ersten tausend Jahre prächtig entwickelt. Es gab kein konkurrierendes intelligentes Leben. Gefährliche Raubtiere waren längst erkannt und eingeordnet. Man wusste, wie man ihnen begegnen musste und vor allem, in welcher Weise die Siedlungen geschützt werden mussten, um Unfälle zu vermeiden. Und dann, nach ziemlich genau tausend Jahren eben, brach plötzlich die Verbindung ab.

Just zu einem Zeitpunkt, an dem die Siedler keine Unterstützung mehr benötigten und endlich an Axarabor zurückzahlen konnten, was sie bislang an Hilfe erhalten hatten. Mit Zinsen und Zinseszinsen.

Denn das war ja das eigentliche Ziel: Besiedlung fremder Welten, um nicht nur das Imperium zu vergrößern, sondern um daran letztlich Geld zu verdienen. Ein Großteil des Wohlstandes innerhalb des Imperiums und vor allem auf der Zentralwelt AXARABOR basierte auf diesem Prinzip, wenn man es genau nahm.

Die Raumflotte war her gekommen, um nach dem Rechten zu sehen. Es gab keine Siedler mehr. Nein, nicht einmal Leichen. Sie waren ganz einfach nicht mehr vorhanden.

Eine erneute Besiedlung erschien zu problematisch. Man nahm Abstand davon. Die Raumflotte zog wieder ab.

Bis heute, da die Eliteeinheit von Captain Kanot Borglin, die ausschließlich aus augmentierten Soldaten bestand – so augmentiert, dass man sie bereits Cyborgs nennen konnte – hierher geschickt worden war. Es war ihnen kein Zeitlimit gesetzt. Sie konnten vor Ort selbst bestimmen, wie sie vorgehen wollten. Allerdings sollten sie möglichst mit Ergebnissen zurückkehren. Zumindest mit Erkenntnissen darüber, was tausend Jahre zuvor eigentlich den Siedlern widerfahren war.

Sie hatten den Planeten gescannt, hatten Sonden ausgesendet, die dem neuesten Stand der Technik entsprachen. Das Ergebnis war genauso mies wie tausend Jahre zuvor, nämlich praktisch NULL. Dafür hätte man keine Eliteeinheit auszusenden brauchen.

Daher die Idee von Kanot, sich einmal allein dem Problem zu widmen. Ohne Kontakt mit seinem Schiff.

Zeitziel: Eine Woche!

Erst dann wollte er sich wieder melden. Falls er das dann nicht tat, würde die Crew nach ihm suchen.

Seine Idee war dabei: Wenn ein Flottenkommando versagte und jeglicher Scan nichts brachte, dann gab es vielleicht einen verborgenen Gegner, der sich ausreichend zu tarnen verstand und vielleicht dann erst zum Vorschein kam, wenn ihm selber keine Gefahr mehr drohte.

Eine Einzelperson würde von diesem Gegner erst einmal erkannt werden müssen, ehe er darin überhaupt eine Gefahr sehen konnte. Und er würde möglicherweise dasselbe versuchen, was er auch schon mit den unglücklichen Siedlern angestellt hatte.

Um die zu eliminieren oder zu entführen, dafür hatte er ja immerhin die ersten tausend Jahre lang gezögert. Es musste sich ergo um eine ganz besondere Art von Gegner handeln. Und er würde nicht vermuten, dass Kanot Borglin alles andere als ein normaler Gefährder war.

Soweit jedenfalls die Theorie. Und nun war er da, um herauszufinden, ob er damit richtig lag oder nicht.

Die verlassene Siedlung lag direkt vor ihm, von der hohen Stadtmauer und automatischen Selbstschussanlage gesichert. Kanot Borglin ging langsam darauf zu, nicht nur mit angespannten menschlichen Sinnen, sondern mit voll aktivierten Augmentierungen. Damit konnte er Dinge wahrnehmen, die jedem lebenden Wesen verborgen geblieben wären. Zumindest jedem lebenden Wesen, das ihm bisher begegnet war...

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2

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EINE STUNDE SPÄTER: Die winzige Bewegung an einer der Hausecken, etwa dreißig Meter entfernt, hätte niemand wahrgenommen. Kanot Borglin jedoch schon. Er konnte zwar nichts und niemanden sehen, aber mit nur drei riesigen Sätzen war er dort, innerhalb von Sekundenbruchteilen.

Nichts und niemand?

Auch kein Kleingetier, was ihn sowieso beinahe gewundert hätte, denn in der Siedlung gab es keine Tiere, höchstens ein paar niedere Insekten, die sich hierher verirrt hatten, weil sie von den Selbstschussanlagen nicht identifiziert wurden, weil eben zu klein. Aber obwohl SAMUT EILLIOT, einfach abgekürzt SE, eine noch ziemlich junge Welt war, beherrscht von tropischem Bewuchs und einer Tierwelt, wie sie an Sauriern und ähnliche Spezies aus der Frühzeit von bewohnbaren Planeten erinnerte, blieb die Siedlung völlig verschont. Mehr noch: Selbst nach tausend Jahren hatte die Natur nicht den geringsten Versuch unternommen, sie zurück zu erobern. Zumindest die fast überall dermaßen üppige Pflanzenwelt hätte Erfolg haben müssen, weil vor dieser natürlich keine hohen Mauern und vor allem keine Selbstschussanlagen schützten.

Also, wenn das nicht zumindest ungewöhnlich war...

Kanot blieb stehen und schaute sich aufmerksam um. Immer wieder. Dabei hatte er auf einmal ein seltsames Gefühl: Als würde man ihn beobachten.

War das bereits der unbekannte Gegner? Hatte er erkannt, dass er allein hier war, ohne Waffen einsetzen zu können, mit denen ganze Welten vernichtet wurden? Ohne unmittelbare Hilfe von außen?

Das wäre ja ziemlich schnell gegangen, fand Kanot.

Und auch die Frage tauchte wieder für ihn auf, ob dieser Gegner wirklich tausend Jahre lang die Siedler in Ruhe gelassen hatte oder ob er nach tausend Jahren überhaupt erst hier aufgetaucht war. Denn auch das erschien möglich, dass nämlich der Gegner den Planeten einfach nach den Siedlern in Besitz genommen hatte. Immerhin tausend Jahre später. Dabei waren die Siedler einfach als unliebsame Konkurrenz ausgeschaltet worden.

Dagegen sprach eigentlich nur ein einziges Argument. Dieses war allerdings dermaßen stichhaltig, dass es darauf keine Antwort gab: Wieso hatten die neuen Siedler dann nicht einfach den Planeten in Besitz genommen?

Denn was nutzte es denn, einen Planeten von konkurrierenden Intelligenzwesen zu säubern, wenn man anschließend nicht selber eine Besiedlung vornahm?

Fragen über Fragen, auf die es einfach keine auch nur halbwegs logische Antwort zu geben schien. Aber genau deshalb war Kanot Borglin ja jetzt hier!

Nichts rührte sich mehr. War es denn möglich, dass er sich vorhin getäuscht hatte?

Und noch immer dieses unangenehme Gefühl, beobachtet zu werden.

Es blieb ihm nichts anderes übrig, als weiter zu gehen, durch die Straßen der Siedlung, die innerhalb ihrer tausendjährigen aktiven Geschichte zu einer kleinen Hauptstadt gewachsen war. Kanot wusste, dass es weit verstreut Farmen gab. Alle waren geschützt gewesen durch entsprechende Zäune, die jegliche Raubtiere abschrecken sollten. Die Scans hatten ergeben, dass all diese Farmen nach wie vor bestanden. Als würde sie jemand regelmäßig instand halten. Die Felder wurden allerdings längst nicht mehr bestellt und waren total verwildert.

Sogar die Zäune waren dort noch intakt. Genauso wie die Stadtmauer hier übrigens, die er allerdings mit einem einzigen Sprung hatte überwinden können. Das automatische Verteidigungssystem hatte nicht auf ihn angesprochen, obwohl es noch funktionsfähig war. Ein entsprechender Impuls seinerseits hatte genügt. Er war als berechtigt erkannt worden. Also hätte er eigentlich auch ganz offiziell durch das Haupttor eintreten können.

Nun, Kanot sprang halt lieber über eine hohe Mauer als den regulären Weg zu gehen...

„Zeige dich mir!“, rief er plötzlich, einer inneren Eingebung folgend.

Er lauschte.

Keine Antwort.

War ja wohl klar gewesen!

Noch Stunden irrte er in der Siedlung umher, betrat Häuser, die aussahen, als würden sie immer noch auf ihre Bewohner warten, sprang auf Dächer, um sich auch von dort aus einen Überblick zu verschaffen, und erreichte am Ende das Nordtor.

Es gab je ein Tor in jeder Himmelsrichtung. Er war von Südwesten gekommen, in der Nähe des südlichen Haupttors. Jetzt war er beinahe auf der gegenüberliegenden Seite.

Kanot spürte so etwas wie Resignation in sich aufsteigen. Immerhin hatte er sich vorgenommen, eine ganze Woche hier allein zu verbringen, ohne überhaupt auch nur den Hauch eines Planes zu haben, was er denn in dieser Woche alles tun sollte, um vielleicht allein schon durch seine Anwesenheit Licht in das Dunkel zu bringen.

Um nach Stunden bereits festzustellen, dass das möglicherweise eine Schnapsidee gewesen war...

Er befahl dem Tor per Funkimpuls, sich zu öffnen, anstatt diesmal wieder einfach darüber hinweg zu springen.

Es gehorchte und bewies Kanot damit, dass es nach wie vor nicht die geringste Funktionsstörung gab.

Kanot schüttelte unwillkürlich den Kopf.

Nach tausend Jahren war alles immer noch so, wie es sein sollte. Es fehlten halt nur die Siedler. Die gab es auch nicht außerhalb der Stadt. Es gab sie auf dem ganzen Planeten nicht mehr. Zumindest waren sie bis heute nicht gefunden worden.

Was sollte er jetzt denn noch tun? Wo sollte er denn noch nachsehen? Außerhalb der Siedlung?

Nun, warum nicht, das eine erschien ihm eigentlich so sinnlos wie das andere. Dort draußen war es vielleicht allein schon deshalb interessanter, weil es einige Raubtiere gab, die fremde Eindringlinge nicht ausstehen konnten und die außerdem auch noch Hunger hatten.

Er freute sich bereits auf die erste Begegnung dieser Art...

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3

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DER ZWANZIG METER BREITE Gürtel rund um die Stadt, wo der Boden so präpariert war, dass er pflanzenfrei blieb, trennte die Siedlung vom Dschungel.

Eines zumindest war nicht mehr so wie vor tausend Jahren: Es gab keine Straßen mehr, über die man die einzelnen Gehöfte erreichen konnte.