Die Raumflotte von Axarabor # 16: Kollision im All

Axarabor, Volume 16

Wilfried A. Hary and Marten Munsonius

Published by Uksak Sonder-Edition, 2018.

Inhaltsverzeichnis

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Kollision im All

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About the Publisher

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Kollision im All

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Die Raumflotte von Axarabor -  Band 16

von Wilfried A. Hary & Marten Munsonius

Der Umfang dieses Buchs entspricht 75 Taschenbuchseiten.

Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

Die OSMENT kollidierte im Leerraum, am Rande der Massenballung des Systems Sixsence, da, wo die Atome gewissermaßen noch einzeln gezählt werden können, mit einem Objekt mittlerer Masse und eigentlich gar nicht mal so heftig, so dass es eigentlich kaum zu Beschädigungen hätte kommen sollen.

Normalerweise.

So erwartete man es zumindest.

Bis die Bord-KI Alarm gab, weil das krasse Gegenteil eintraf.

Und der Alptraum begann...

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Copyright

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author / Cover: 3000AD 123rf mit Steve Mayer

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Beide Objekte, das Schiff mit Namen OSMENT und das unbekannte DING waren sehr schwer, und auch wenn es nur mit geringer Drift zu dem Einschlag kam, wurde daraus eine echte Katastrophe. Denn so ein Schiff der Entdeckerklasse wie die OSMENT mit vielen Kilometer langen Lebensröhren, war ja alles andere als unzerbrechlich mit ausgeschalteten Schutzschirmen. Ganz im Gegenteil. Und es war ja nicht nur die schiere Masse, die sich da hineinbohrte: Dieses DING, das der Erste Offizier in einem ersten Impuls einfach „NoSinn“ nannte, bevor er starb, leuchtete und blitzte nämlich dabei unaufhörlich, und die Dutzenden von Schockwellen, die dabei entstanden, zerstörten immer mehr Lebensröhren, Maschinenräume und „grüne Batterien“, wie man die Bestückung auf terraformierbaren Planeten für die zukünftigen Pflanzen-Lebensräume nannte.

Die OSMENT war... verloren – kein Zweifel!

Das Schiff schien von innen heraus zu glühen. Wie im Fieber, wie ein waidwundes Tier. Die explosionsartig entweichende Atmosphäre gefror sofort in der Weltraumkälte nahe absolut Null und versprühte sich wie feiner Eisnebel in das Vakuum. Gefolgt von Metallteilen und Kunststofffragmenten.

Und über der Ebene, wo die NoSinn eingeschlagen war, schaffte es keine der angedockten Rettungskapseln, auch nur rechtzeitig vom Schiff wegzukommen.

Dutzende von traurig glühende Sternenschnuppen, in die sie sich durch die frei werdende Energie verwandelten, beleuchteten das Schiff, glühten noch einmal in aller Stärke kurz von innen heraus auf und vergingen innerhalb weniger Sekunden, umgeben von sich rasch verteilenden rötlichweißen Wolken aus Blut und bald gefrorenen Luftmolekülen.

Da gab es keine Überlebenden. Alles wurde von einer energetischen Entladung gefressen, die mit Leichtigkeit alle Abschirmungen, Metalle und sogar Schutzschilde überwand. Falls es den Leuten, die mit einer Rettungskapsel fliehen wollten, überhaupt noch gelang, solche Schutzschilde zu aktivieren.

Unterhalb der Einschlagebene sah es zunächst allerdings besser aus.

Einige wenige Rettungskapseln konnten sich von der OSMENT lösen und schienen es doch tatsächlich zu schaffen, in Richtung des Systems der Sonne Sixsence fliehen zu können.

Eine einzelne Lichtlanze, dann gleich darauf drei weitere Lichtlanzen, eine Art Blitze von unglaublicher Lichtintensität und Hitze aus dem DING, das später auch den offiziellen Namen NoSinn erhielt, schienen nach den Rettungskapseln zu greifen, die viel zu nah beieinander waren und bereits nach dem Treffer der zweiten Lichtlanze zu verglühen begannen.

Diese Lichtlanzen waren lediglich eine Art Randerscheinungen der radikalen Zerstörungen, keine gezielten Angriffsmanöver, zu denen hier niemand mehr in der Lage gewesen wäre.

Wie auf einer gigantischen Bühne in dieser ansonsten fast völligen Leere senkte sich gnädig eine Art Leichentuch aus Dunkelheit und Weltraumkälte über die Szene, als dieses Glühen allmählich verebbte.

Im Weltraum, im Vakuum, kann man keine Schreie hören – nicht das Stöhnen von Verwundeten und nicht das letzte Flüstern von tödlich Verletzten. Nicht einmal die Explosionen ihrer Körper, wenn sie von ihrem eigenen Innendruck zerrissen wurden, sobald sie nichts mehr gegen das Vakuum schützte. Ihre zerfetzten Überreste, sogleich schockgefroren, verschwanden einfach. Die Unendlichkeit verschluckte sie.

Alle!

Und niemals würde wieder von ihnen etwas wiedergefunden werden können. Als hätten sie niemals existiert.

Aber auch das „Ding“ musste einen gehörigen Blutzoll zahlen! NoSinn war zwar massig-massiv, jedoch erheblich kleiner, und eine der Lebensröhren der OSMENT stach mitten in das HERZ des unbekannten Raumschiffes wie das Schwert eines Rächers der untergegangenen OSMENT.

Es gab nach der Berührung mit unbekannten Materialien unerklärbar heftige Reaktionen in Form von vernichtenden Detonationen, während sich halb geschmolzene Legierungen mit Masseteilchen des NoSinn-Schiffes verbanden und in Sekundenbruchteilen die Besatzung jenes Schiffsabschnittes tötete.

Nicht so gravierend als würde Antimaterie auf Materie treffen, aber doch vergleichbar.

Keine Überlebenden!

Auch hier!

Die Besatzung konnte nichts dagegen tun. Sie wurde von einem Moment zum anderen komplett ausradiert.

Zumindest an dieser Stelle, denn... gab es vielleicht doch noch... Ausnahmen?

Angeblich sollte sogar ein Abschnitt der lanzenähnlichen Lebensröhre der OSMENT, die bis tief in das Herz des fremden Schiffes vorgedrungen war, dabei in mindestens genauso unerklärlicher Weise erhalten geblieben sein.

Falls die Gerüchte stimmen sollten...

Diese Gerüchte basierten auf eher dürftig gelungenen Aufnahmen, die mittels Nanosonden nach Axarabor gelangten, neben dem letzten Kommentar des 1. Offiziers über die NoSinn, unmittelbar vor seinem Tod.

Diese Nanosonden: Das war modernste Technik, hier unmittelbar angewendet. Die OSMENT hatte schier unzählige dieser Nanosonden mitgeführt. Deshalb so viele, damit zumindest eine am Ende ihr Ziel erreichen konnte – im Falle eines Falles.

Und diese Katastrophe, das war ja genau so ein Fall des Falles!

Ja, trotz der vernichtenden Katastrophe gelang es immerhin ein paar dieser Sonden, Axarabor zu erreichen. Der Rest war entweder verloren gegangen oder aber, sie hatten es nicht geschafft, überhaupt erst auf die Reise zu gehen.

Vielleicht, weil es eben doch noch Überlebende gab, allen Anzeichen zum Trotz? Die noch Sonden zurückhielten, um sie von ihrem letzten Kampf ums Überleben berichten zu lassen?

Ja, bloß ein Gerücht. Für Axarabor. Und man überlegte dort trotzdem ernsthaft, eine Untersuchungskommission, bestehend aus Experten, zu entsenden, die in der Lage waren, so etwas wie Ursachenforschung zu betreiben. Wobei jetzt schon keinerlei Zweifel darüber bestand, diese Katastrophe als einen unerhörten Angriff auf ein Schiff der Flotte von Axarabor einstufen zu müssen!

Der Angriff eines Feindes, den man allerdings erst einmal noch identifizieren musste, um sich mit der gebotenen Härte dafür zu rächen.

NoSinn?

Obwohl es bei ihrer Ankunft längst zu spät sein würde, irgendwem noch zu helfen, wenn überhaupt der unwahrscheinliche Fall eintrat, Überlebende zuzulassen. Denn allein bis die Sonden Axarabor erreicht hatten...

Und dann, bis die Untersuchungskommission dann endlich vor Ort sein würde...

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Die Zentrale jenes Schiffes, das der 1. Offizier der OSMENT NoSinn genannt hatte, ehe es ihn regelrecht zerfetzt hatte, war beinahe unbeschädigt geblieben! Doch die ganzen Anzeigen waren erloschen, die Bildgeber zeigten ebenfalls nichts mehr an, und in der Dunkelheit, verursacht durch den Ausfall sämtlicher Systeme, war eigentlich nichts mehr erkennbar.

Eigentlich!

Aber die Führungselite in der Zentrale des Schiffes bestand nicht aus Menschen. Sie waren noch nicht einmal entfernt menschenähnlich. Das betraf auch ihre Augen, die in dieser Dunkelheit zwar nicht sehen konnten wie am hellen Tag, aber doch genug, um sich umzuschauen.

Die „NoSinns“ sahen aus wie eine irre Kreuzung aus Spinnen und Haien.

Die Spinnenform bezog sich auf ihre acht Gliedmaße, von denen jeweils die Hälfte für Fortbewegung und als Greifwerkzeuge diente. Aber auch der tropfenförmige Spinnenkörper mit den dicht stehenden schwarzen Tasthaaren vertiefte den Eindruck einer Riesenspinne, immerhin mit einem Durchmesser von fast einem Meter.

Darüber dann... der Haikopf!

Die weit auseinander liegenden Augen, die eine einhundertachtzig Grad Umsicht ermöglichten, die geblähten Nüstern, die auch Wasser aufnehmen konnten, um es durch die am Übergang zum Spinnentorso vorhandenen Kiemen wieder abzulassen, was natürlich eine zusätzliche Wasseratmung ermöglichte, dann das Haifischmaul mit den wie spitz zugeschliffen aussehenden Zähnen...

Ein Mensch hätte wohl einen Schock bekommen allein schon beim Anblick.

Und in der Tat: Es hatte in der fernen Vergangenheit durchaus Menschen gegeben, die einem solchen Schock ausgesetzt gewesen waren. Bei der ersten Begegnung nämlich mit den NoSinns.

Dabei war ihr furchterregendes und zugleich auch aus der Sicht eines Menschen mit seinen ästhetischen Vorgaben, um nicht zu sagen Vorurteilen, ekelerregendes Aussehen allein nicht das Schlimmste für einen Menschen: Wenn sie sprachen, kamen aus ihrem Haifischmaul Druckwellen, die innerhalb einer Distanz von anderthalb Metern immer noch so gewaltig wirkten, dass sie beinahe alles pulverisierten. Sogar gewisse Metalle und Kunststoffe, wahrscheinlich sogar Gestein!

Ein Glück, dass sie in geschlossenen Räumen nicht viel redeten. Obwohl sie in der Regel besondere Materialien verwendeten, die äußerst stabil wirkten und weitgehend unempfindlich gegenüber diesem enormen Schalldruck. Denn ihre Verständigung untereinander funktionierte nicht nur verbal, sondern auch halbtelepathisch. Solche zerstörerischen Laute stießen sie vor allem unter Wasser aus, wo das wie ein Echolot wirkte.

Unter Wasser kommunizierten sie auf diese Weise bevorzugt, denn halbtelepathische Unterhaltungen führte man nur, wenn es nicht anders ging, wie beispielswiese in der Zentrale, bevor man durch die eigene Stimme doch noch irgendwelche Instrumente und Anzeigen beschädigte.

Und natürlich mit engen Vertrauten.