Die Raumflotte von Axarabor #18 - Die entartete Sonne

Axarabor, Volume 18

Wilfried A. Hary and Marten Munsonius

Published by Cassiopeiapress Extra Edition, 2018.

Inhaltsverzeichnis

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Die entartete Sonne

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Die entartete Sonne

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DIE RAUMFLOTTE VON Axarabor -  Band 18

von Wilfried A. Hary & Marten Munsonius

Der Umfang dieses Buchs entspricht 68 Taschenbuchseiten.

Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

Die H.I.M. war eine optimierte Kreuzung zwischen einem Kriegs- und einem Forschungsschiff. Obwohl jeder an Bord geschworen hätte, es handele sich wirklich ausschließlich um ein Wissenschaftsschiff. Weil es ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken diene. Dass es außerdem auch noch kampfstark war, das diene lediglich dem persönlichen Schutz, weil man sich immerhin in Regionen wagte, in denen tödliche Gefahr drohte oder die zumindest eben noch nicht erforscht waren.

Oder in eine Region, deren Erforschung zwar vor achtzig Jahren in Angriff genommen worden war, doch bislang ohne Ergebnis, wie in dem gegenwärtigen Fall!

Das lag einfach daran, dass dieses damalige Forschungsschiff bis heute nicht zurückgekehrt war...

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EIN CASSIOPEIAPRESS Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author COVER: 300AD 123rf Steve Mayer

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Unglück!

Glück hält es allein am Leben.

Glück!

Alles Unglück birgt sich darin...

Weiß jemand, wo das endet?

Gibt es eine universelle Ordnung?

Denn wisse: Ordnung kann sich ins Ungewöhnliche verkehren.

Selbst Gutes – es kann sich ins Absonderliche verkehren...

Und dann – dann dauert die Verwirrung

des Menschen eine Ewigkeit.

Und das ist eine wahrlich lange Zeit

(Dem Wissen der GUTEN ALTEN ERDE zugeschrieben)

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DIE BERECHTIGTE FRAGE von Captain Croft, bevor er den Auftrag übernommen hatte, nachzusehen, was aus dem damaligen Forschungsschiff überhaupt geworden war: „Wieso erst nach achtzig Jahren? Wieso hat man sich darum nicht schon vorher gekümmert?“

Die Antwort war mehr als unbefriedigend ausgefallen: „Das Forschungsschiff DOWNSTAR war damals im geheimen Auftrag unterwegs gewesen. Sie wissen ja, wie das bei geheimen Aufträgen so abläuft: Sowohl bei Erfolg als auch bei Misserfolg muss das auf jeden Fall geheim bleiben.“

„So geheim, dass man jegliche Rettungsaktion vermied?“

„So wird es wohl gewesen sein. Immerhin wissen wir nach achtzig Jahren zwar, dass es sich eben um einen Geheimauftrag gehandelt haben muss, aber nicht, wie der eigentlich lautete.“

„Über die reine Erforschung sogenannter Zombie-Sterne hinausgehend?“, hatte sich Captain Croft vergewissert.

Der Admiral hatte ihm nur stumm zugenickt.

Ein Gespräch unter vier Augen. Klar. Ohne Aufzeichnungen. Genauso klar. Er würde sich also niemals darauf berufen können. Offiziell waren sie einfach nur deshalb auf dem Weg hierher, um das angeblich bisher Versäumte nachzuholen: Diesen Stern näher in Augenschein zu nehmen.

Immerhin einer der sagenhaften Zombie-Sterne, die schon vor vielen Jahrtausenden entdeckt worden waren, von einer Erde aus, die damals noch gar nicht so richtig Raumfahrt betrieben hatte. Es sei denn, die Erdumlaufbahn und Sonden in den Tiefen des Sonnensystems sollte man bereits als Raumfahrt werten. Was aus heutiger Sicht gesehen jedoch eher... lächerlich erschienen wäre!

Zudem blieb die Frage, ob es diesen Planeten Erde wirklich gegeben hatte.

Das wäre ja gerade so gewesen, als würde man das erste Rad kurz nach seiner Erfindung gleich setzen mit einem Rennwagen. Der hatte zwar auch Räder...

Captain Croft ging noch einmal durch den Kopf, was man inzwischen über Zombie-Sterne wusste: Sie waren eigentlich schon tot, weil ausgebrannt. Eigentlich. Und wieso strahlten sie dann immer noch? Bei den bisher erfolgten Forschungen war die Frage zumindest dahingehend beantwortet worden: Ein solcher Stern wurde am Ende seiner Lebenszeit zur Nova oder gar zur Supernova. Genauso wie die meisten normalen Sterne. Mit einem gravierenden Unterschied, und das hatten Forscherteams bereits unmittelbar vor Ort genauestens anmessen können: Dabei vergrößerte sich die abgegebene Lichtfülle nur unmaßgeblich im Verhältnis zu „normalen“ Supernovaen, allen Vorhersagen zum Trotz. Deshalb wohl wurden sie von den Astronomen, damals vor tausenden von Jahren, erst einmal gar nicht zur Kenntnis genommen.

Und dann wurde es sogar noch merkwürdiger: Die Helligkeit nahm wieder ab, ging herunter bis unter die vorangegangene Marke, um bei einer erneuten Schockwelle zur nächsten Supernova zu werden.

Das ging immer so weiter. Mit anderen Worten: Der Stern starb, erwachte anschließend quasi zu neuem Leben und starb erneut, in einem immer wiederkehrenden Rhythmus, der sich im Wochentakt bis zum Monatstakt einpendeln konnte.

Ihr Zielstern mit der Katalognummer i89-lb22-3 war also ein solcher Zombie-Stern. Allerdings mit einer weiteren unerklärbaren Abweichung. Nun, wenn man bedachte, dass Zombie-Sterne an sich schon eine unerklärbare Absonderlichkeit darstellten, bis heute wohlgemerkt, trotz aller Versuche, dem Phänomen auf den Grund zu kommen, war also ihr Zielstern auch noch eine Ausnahme unter den Ausnahmen.

Und wieso war das vorangegangene Forschungsschiff vor achtzig Jahren im Geheimauftrag unterwegs gewesen?

Captain Croft hätte nie zugegeben, besonders neugierig zu sein, aber... er war es auf jeden Fall! Sonst hätte er wahrscheinlich kein als Wissenschaftsschiff getarntes Forschungs-Kriegsschiff befehligt.

Und dann tauchte die H.I.M. aus dem Überlichtfeld am Ziel auf. Dort, wo sich normalerweise die habitable Zone erstreckte, also am Rande der Massenballung auf einer der gedacht flachen Seite.

Nur waren sie jetzt gar nicht am Rande der Massenballung – und vor allem, wo sollte es hier überhaupt so etwas wie eine habitable Zone geben, bei einem Zombie-Stern, der rhythmisch starb, um danach zu neuem Leben zu erwachen?

Sie fanden sich jedenfalls mitten in der ultraheißen Gashülle einer TYP-II-Supernova wieder.

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2

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GEISTESGEGENWÄRTIG wie eine Bord-KI konnte wirklich kein Mensch sein. Sicherlich hatten alle an Bord ihrer Bord-KI deshalb ihr Leben zu verdanken, denn die KI schaltete sofort die Schutzschirme ein. Auf volle Kraft!

Das war allerdings nur möglich, weil Captain Croft vorgebaut hatte. Ein Überlichtfeld, wie es von einigen Wissenschaftlern veranschaulichend genannt wurde, ließ nur einen eingeschränkten Schutz zu. Die dabei aufgewendete Energie störte den Sprung. Daher wurde in der Regel während eines Sprunges auf Schutzfelder generell verzichtet.

Was ja nicht hieß, dass man sie nicht so vorbereiten konnte, dass sie in Sekundenbruchteilen nach dem Verlassen des Überlichtfeldes aktiv werden konnten.

Wie jetzt!

„Voller Kraft zurück!“, befahl Captain Croft heiser.

Seine Stimme wurde im gesamten Schiff übertragen. Da sie einen echten Zombie-Stern zum Ziel gehabt hatten, war das Schiff sowieso in Alarmbereitschaft. Weil natürlich niemand garantieren konnte, dass eine Annäherung an ein solches kosmisches Phänomen ungefährlich war. Sowieso.

In fieberhafter Eile wurde alles getan, um dem Schiff die Flucht zu ermöglichen, doch die Anzeigen an der Kommunikationswand in der Hauptzentrale sprachen eine überdeutliche Sprache: Die Schutzschirme waren auch bei voller Aktivierung nicht in der Lage, lange das Schiff zu schützen. Immerhin im Innern einer auseinanderstiebenden Glutwolke während einer gerade erfolgenden Supernova!

Wobei es Captain Croft jetzt wunderte, wieso sie überhaupt noch lebten. Denn die Schutzschirme hätten eigentlich nur für Sekunden ausreichend sein sollen.

Aus der schnellen Flucht jedenfalls wurde nichts. Denn erstens wussten sie überhaupt nicht, ob das die richtige Richtung war, weil sämtliche Ortungsversuche scheiterten, und zweitens hätte voller Schub ein Ausschalten der Schutzschirme bedingt. Also konnten sie sowieso nur mit vermindertem Schub versuchen, der tödlichen Falle zu entkommen.

Zumindest die Richtung stand fest, in der die Glutmoleküle auseinanderstieben. Da sich eine Supernova annähernd kugelförmig ausbreitete, erschien klar, wieso sie mitten drin materialisiert waren. Weil es jetzt überhaupt keine Scheibenanordnung des Systems mehr gab.

Ja, war es denn nicht sogar häufig, dass Zombie-Sterne gar kein System mehr hatten?

Man musste sich vorstellen: So ein Stern explodierte. Ein Kern blieb zurück, während eine dicke Schale abgesprengt wurde, die sich in alle Richtungen verteilte.

Bei einer normalen Supernova entstand eine riesige Glutwolke, die sich nach den Gesetzen der Astrophysik im Weltraum verteilte, teilweise über hunderte von Lichtjahre weit. Bei einem Zombie-Stern jedoch verlief das anders: Er explodierte zwar in ähnlicher Weise, doch die Glutmoleküle kamen irgendwann wieder zurück und bildeten gemeinsam wieder genau jene Schale, die vorher abgesprengt worden war.

Bevor man das so genau hatte wissen können, gab es nicht wenige Wissenschaftler, die ernsthaft an der Existenz eines solchen Phänomens zweifelten. Trotz aller astronomischer Hinweise. So lange zumindest, bis ihre eigenen Erklärungen zu den Messergebnissen aus der Ferne widerlegt waren: Weil nämlich das erste Forscherteam vor Ort die Existenz von Zombie-Sternen unzweifelhaft gemacht hatte.

Alles Dinge, die Captain Croft wusste, während er sich nach wie vor darüber wunderte, wieso sie noch existierten, denn die angezeigten Werte waren irrwitzig.

Natürlich gab es keinerlei Vergleichsdaten. Denn bis jetzt hatte noch kein Raumschiff das Innere einer Supernova überstanden. Was ja auch völlig unwahrscheinlich gewesen wäre.

So unwahrscheinlich eigentlich wir ihr eigenes Überleben!