Die Raumflotte von Axarabor #21 - Der Weltenzerstörer

Wilfried A. Hary and Marten Munsonius

Published by Uksak Sonder-Edition, 2018.

Inhaltsverzeichnis

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Der Weltenzerstörer

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Der Weltenzerstörer

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Die Raumflotte von Axarabor -  Band 21

von Wilfried A. Hary & Marten Munsonius

Der Umfang dieses Buchs entspricht 78 Taschenbuchseiten.

Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

Vor neunhundert Jahren fiel Admiral David Bellfire in Ungnade. Er hatte etwas Ungeheuerliches getan, worüber bis heute geschwiegen wird. Mehr noch: Sein Name und sämtliche Informationen sogar über seine bloße Existenz wurden nachdrücklich getilgt, damit wirklich nichts mehr an ihn jemals erinnern soll.

Und doch erreicht ein nur lichtschnell auf den Weg gebrachtes Datenpaket nach all dieser Zeit heute sein Ziel – und löst die nächste Krise im Sternenreich von Axarabor aus...

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Copyright

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Am Anfang war nichts. Es geschah nichts und es rührte sich nichts. Auf diesem atmosphärelosen Kleinplaneten um eine namenlose Sonne gab es nicht die geringsten Aktivitäten.

Ab und zu schlug ein Meteor auf diesem trostlosen Himmelskörper ein. Das schon seit undenklichen Zeiten.

Die eigentliche Besonderheit in diesem System – obwohl es keine anderen Planeten außer diesem einen in der sogenannten habitablen Zone um die Sonne gab - war, dass genau hier vor Jahrmilliarden tatsächlich ein Planet mit Leben existiert hatte. Dieser jedoch war regelrecht auseinandergebrochen.

Einfach so?

Niemand würde das jetzt noch zweifelfrei feststellen können. Es sei denn, wenn man die Milliarden und Abermilliarden von Gesteinsbrocken unterschiedlichster Größe einzeln genauestens untersucht hätte - und wer hätte das mit welchem unbezahlbaren Aufwand je tun sollen? -, dann wäre klar geworden, dass nicht die Natur jene Gesteinsbrocken geformt hatte, sondern eine wahrlich unvorstellbare Detonation. Dabei war jener Planet, der einst Leben getragen hatte, innerhalb der sogenannten habitablen Zone einfach auseinandergerissen worden.

Dann wäre auch klar geworden, dass es sich bei diesem trostlosen Kleinplaneten... um den ehemaligen Mond handelte, der damals um den Planeten gekreist war, und der allen Erfahrungen zum Trotz diese unvorstellbare Katastrophe irgendwie hatte überstehen können.

Sicherlich mit deutlichen Spuren der Ereignisse, die jedoch im Laufe der Jahrmilliarden, die danach folgten, genauso verloren gegangen waren wie die Erinnerung an die einstigen Bewohner des ehemaligen Planeten.

Der atmosphärelose Mond indessen kreiste als Kleinplanet nach wie vor zwischen diesen Gesteinstrümmern auf seiner Umlaufbahn um die Sonne. Und er ließ nicht erkennen, welches Geheimnis er barg.

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Vor nunmehr neunhundert Jahren kamen die silbern glänzenden Schiffe. Und man schwärmte aus. Das namenlose System erschien den Besatzungen als ideales Versteck.

Später wurde der zum Kleinplaneten gewordene Mond von ihnen endgültig als Stützpunkt auserkoren. Und man machte sich daran, diese eigentlich tote Welt näher zu erforschen.

Dabei stieß man auf ein gigantisches Raumschiff, das sogar Jahrmilliarden überstanden hatte. Tief im Innern des Kleinplaneten, verborgen unter enormen Geröllmassen, als der einzige Zugang dazu verschüttet worden war. Eine der Folgen der kosmisch gesehen doch sehr nah stattgefundenen Katastrophe.

Admiral David Bellfire, der einem berühmten axaraborianischen Geschlecht entsprungen war und als Anführer der neuerdings wegen ihrer radikalen Ansichten verbotenen sogenannten Gaia-Fraktion auf Axarabor galt, gab den Befehl, als erster das fremdartige Schiff betreten zu dürfen.

Es gab hier keinerlei Sicherheitsmaßnahmen. Also bereitete das Betreten keinerlei Probleme. Aber es funktionierte auch keine Energieerzeugung mehr. Wozu auch, nach Jahrmilliarden, in denen dieses Raumschiff hier überdauert hatte.

Für Admiral Bellfire war klar: Das hier war das Einzige, was von der Zivilisation noch übrig war, die es dereinst auf jenem untergegangenen Planeten gegeben hatte. War diese Welt etwa durch einen kriegerischen Akt vernichtet worden? Von einer gegnerischen Rasse? Hatte es damals einen interstellaren Krieg gegeben?

Er kannte die Theorie, dass es im Laufe der letzten Jahrmilliarden schon viele interstellare Kriege gegeben hatte. Er wusste auch von der Annahme, dass jede Spezies entweder irgendwann unterging oder aber sich weiter entwickeln konnte, bis zur höchsten Entwicklungsstufe, wenn sämtliche Angehörige einer Spezies sich geistig zu einer sogenannten Entität zusammenschlossen.

Somit musste es viele Entitäten im Universum geben, mit gottähnlichen Eigenschaften, die sich jedoch von allem Lebenden fern hielten. Weil sie jegliche Einmischung verurteilten. Denn keine Spezies sollte dem Willen einer anderen unterliegen, sondern sollte sein eigenes Schicksal bestimmen dürfen. Auch wenn dies zur vollkommenen Auslöschung führen sollte.

Wie in diesem speziellen Fall.

Seltsam erschien in diesem Zusammenhang lediglich, dass es außer dem Raumschiff nichts auf dem einstigen Mond gab, was noch an die untergegangene Zivilisation erinnerte. Also ließ das auch noch einen weiteren Schluss zu: Dieses Raumschiff gehörte gar nicht zu jener Zivilisation, sondern möglicherweise sogar zu denen, die den Planeten vernichtet hatten?

Und wieso war das Raumschiff einfach zurückgelassen worden?

Wohl deshalb, weil es nicht mehr funktionierte?

Dem Admiral war das vorerst egal. Kaum im Innern, wurde ihm bewusst, dass er hier allein nichts ausrichten konnte. Dafür war das Raumschiff einfach zu riesig. Es war wie eine Pyramide gebaut und maß von der Spitze bis zur Sohle über einen Kilometer!

Wer, um alles in der Welt, baute denn ein solches Ungetüm und warum? Was war der eigentliche Sinn einer solchen Gigantonomie?

Er rief die Wissenschaftler aus seiner Anhängerschaft zu sich, und sie wagten sich tiefer in das Innere vor, unterstützt von außen mittels modernster Scantechnik, wobei sie selbst die wichtigsten Orientierungspunkte darstellten.

Auf diese Weise arbeiteten sie sich bis zur Kommandozentrale vor, die in der Spitze untergebracht war, mit einer Kantenlänge von zwanzig Metern. Eine beinahe autarke Pyramide, die man von der übrigen Schiffsmasse absprengen konnte. Allerdings ohne eigenen Antrieb, wie es schien.

Die Kommandozentrale wurde in der Folgezeit gründlich untersucht.

Es dauerte einige Wochen, bis sie aus unerfindlichem Grund zu einem gespenstischen Leben erwachte. Nach all den vorausgegangenen Versuchen, die ergebnislos geblieben waren.

Letztlich wusste man also gar nicht, was überhaupt endlich zum Erfolg geführt hatte. Eine Art Zufallstreffer, den man nicht wiederholen konnte. Aber das musste man ja auch nicht, solange man das Bordsystem nicht einfach wieder abschaltete – und es hatte niemand vor, herauszufinden, wie man auch das noch bewerkstelligen konnte.

Jedenfalls: Anzeigen blinkten auf einmal, die kein Mensch lesen konnte, Bildgeber flammten auf und zeigten Szenen, wie sie fremdartiger gar nicht mehr hätten sein können...

Zumindest dieser Teil des Schiffes war aus einem Schlaf erwacht, der Jahrmilliarden angedauert hatte!

Weitere Wochen vergingen, bis zumindest so viel enträtselt werden konnte:

Dieses Schiff war die letzte Konstruktion gewesen, um die Welt vor der Vernichtung zu bewahren. Indem es selbst zum Weltenzerstörer gemacht worden war!

Mit anderen Worten: Es gab eine Waffe an Bord, mit der man Welten zerstören konnte!

Kein Wunder, dass Admiral David Bellfire eine Weile benötigte, um das zu verdauen. Immer wieder bat er um Überprüfung dieser Mitteilung. Weil sie ihm zu fantastisch vor kam. Vor allem fragte er sich, wieso das Schiff dann hier verborgen war. Wieso hatte man es nicht mehr in den Einsatz geschickt, sondern einfach so verlassen?

Nein, es war nicht einfach verlassen worden! Die direkte Umgebung des gigantischen Schiffes wurde nach und nach ebenfalls enträtselt. Demnach handelte es sich hier um eine Werftanlage, eigens dafür geschaffen, dieses Kriegsschiff der Sonderklasse entstehen zu lassen. Nur hier war das möglich, weil der Mond eine wesentlich geringere Schwerkraft besaß.

Der Energieschock, als der Planet vernichtet worden war, hatte hier schwerste Beben erzeugt und praktisch alles Leben vernichtet. Das anscheinend schon flugfähige Raumschiff jedoch war nicht mehr in den Einsatz gekommen, weil es verschüttet worden war. Und die wenigen Überlebenden, die sich zufällig an Bord befunden hatten, waren im Laufe der Zeit elend umgekommen. Sie hatten keine Möglichkeit besessen, das Schiff wieder frei zu bekommen, und irgendwann waren die Nahrungsvorräte aufgebraucht gewesen.

Offenbar war das Schiff nicht dazu ausgelegt gewesen, längere Zeit unterwegs sein zu können. Zumindest noch nicht!

Admiral Bellfire blieb nichts anderes übrig. Er war ein Geächteter, der sich tödliche Feinde gemacht hatte, nicht nur in der Raumflotte von Axarabor. Und hier hatte er endlich die Möglichkeit, sich für alles das zu rächen, was man ihm angetan hatte. Es musste ihm gelingen, das Kriegsschiff wieder flott zu bekommen, um diese ultimative Waffe an Bord zum Einsatz bringen zu können.

Er nannte diese Waffe BARNARDS PFEIL.

Einige seiner Anhänger wunderten sich, dass er sie nicht BELLFIRES PFEIL nannte, aber das wäre ihm persönlich zu weit gegangen.

Es dauerte diesmal Monate, bis es tatsächlich gelang, das Schiff frei zu bekommen. Und dann erwies es sich, dass es immer noch flugfähig war.

Aber was hieß eigentlich immer noch, denn im Grunde genommen war es ja niemals zuvor geflogen. Bevor dies hatte geschehen können, war es verschüttet worden.

Und so kam es, dass es sich hinaus erhob, um in den Orbit um den Kleinplaneten einzuschwenken.

Die letzten Arbeiten an Bord begannen. Vor allem wollte man wissen, wie BARNARDS PFEIL eingesetzt wurde.

Allerdings machte man dabei die Erfahrung, dass es nicht wirklich eine Möglichkeit gab, diese Technologie auch nur im Geringsten zu kontrollieren. Dafür wussten sie ganz einfach zu wenig – und verstanden noch weniger. Das hieß, wer auch immer es wagte, BARNARDS PFEIL einzusetzen, kannte nicht die Folgen seines Tuns. Es bestand sogar die nicht geringe Möglichkeit, dass er sich dabei selbst vernichtete.

Bei dieser Gelegenheit wurde endlich auch klar, wieso dieses Raumschiff dermaßen gigantisch sein musste: Die Waffe befand sich im hinteren Teil des pyramidenförmigen Aufbaus, während der Kommandoteil die Spitze bildete. Der Impuls, der von dieser fünfhundert Quadratmeter umfassenden Anordnung von scheinbar willkürlich angeordneten Einzelteilen mit völlig unbekannter Technologie ausgestoßen wurde, hatte auch Auswirkungen auf das Schiff selbst. Diese Auswirkungen sollten von der schieren Größe abgepuffert werden.