Die Raumflotte von Axarabor # 22: Samen der Unsterblichkeit

Axarabor

Bernd Teuber

Published by Uksak Sonder-Edition, 2018.

Inhaltsverzeichnis

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Samen der Unsterblichkeit

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Samen der Unsterblichkeit

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Die Raumflotte von Axarabor -  Band 22

von Bernd Teuber

Der Umfang dieses Buchs entspricht 82 Taschenbuchseiten.

Die STARFIRE nimmt die Besatzung eines havarierten Raumschiffs an Bord. Doch die Geretteten zeigen sich wenig dankbar. Sie bringen die STARFIRE in ihre Gewalt und zwingen den Captain zu einem Kurswechsel. Ihr Ziel ist ein Planet, auf dem angeblich die Blume der Unsterblichkeit wächst.

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author / Cover 3000AD 123rf Steve Mayer

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Mit rasender Geschwindigkeit flog das schwarze Schiff durch den Weltraum und versuchte, seinem Verfolger zu entkommen. Doch so einfach ließ sich die STARFIRE nicht abschütteln. Das Schiff gehörte zur Raumflotte von Axarabor und hatte den Auftrag, Passagier- und Raumfrachter vor Überfällen durch Piraten zu schützen. Vor acht Monaten verschwand ein kommerzieller Erzfrachter, der sich auf dem Rückflug von den reichhaltigen Minenfeldern des Tamera-Systems befand, ohne eine Spur zu hinterlassen.

Kurz darauf meldete ein aus fünf Einheiten bestehender Frachterkonvoi, dass er von unbekannten Raumschiffen angegriffen wurde. Dann verschwand auch er. Die Regierung des gewählten Hochadmirals von Axarabor setzte ein Schiff in Marsch, um das fragliche Gebiet zu erkunden, fand jedoch nichts, das zur Lösung des Falles beitrug. Es gab keine Hinweise auf einen Unfall oder irgendeine andere Katastrophe. Etwa einen Monat später erwartete man auf den Minenfeldern des Tamera-Systems die Ankunft eines Händlerschiffes, das unterwegs war, um die Arbeiter mit Waren und Luxusgütern zu versorgen. Das Schiff erreichte niemals sein Ziel.

Auch diesmal fand man keine Spur. Alles, was man wusste, war, dass sich die verschwundenen Schiffe auf einer wichtigen und stark befahrenen Handelsroute befunden hatten, die nicht nur von kommerziellen Frachtern, sondern auch von Privatschiffen frequentiert wurden. Zwei Wochen später wurde ein großes Passagierschiff angegriffen. Der Überfall scheiterte nur daran, weil zufällig eine Raumpatrouille in der Nähe war und dem Schiff zur Hilfe kam. Nun war man auf Axarabor endlich davon überzeugt, dass etwas getan werden musste.

Doch schon bald erfolgte der nächste Abgriff auf ein Passagierschiff. Den großen Raumfluggesellschaften machten die schwindenden Buchungen schwer zu schaffen. Panikstimmung breitete sich aus, obwohl die Fluglinien wie auch die Vertreter der Regierung des gewählten Hochadmirals von Axarabor die Öffentlichkeit zu beruhigen versuchten.

In den letzten Fällen waren die Piraten besonders brutal vorgegangen. Es hatte Tote unter den Passagieren und Besatzungsmitgliedern gegeben. Die Frachtraumschiffe wurden nach den Überfällen häufig zerstört. Einmal hatte man ein Passagierschiff gezwungen, auf einem Asteroiden zu landen. Die Aktion endete mit einer Katastrophe. Keine Leiche konnte identifiziert werden, auch nicht die der Piraten. In anderen Fällen hatte man die Passagiere auf einem abgelegenen Planeten ausgesetzt und das Schiff gesprengt.

Und stets hatte Gegenwehr oder Zögern den sofortigen Tod von Besatzungsmitgliedern, Passagieren, und sogar Kindern zur Folge. Der scheußlichste Fall bisher war der Raub von achtzig Tonnen Gold. Sobald die Piraten die Beute in ihren Besitz gebracht hatten, töteten sie das Sicherheitspersonal und sprengten das Schiff. Die großen Fluglinien hatten am meisten unter diesen Überfällen zu leiden. Nach dem letzten grauenhaften Zwischenfall entschloss sich die Regierung des gewählten Hochadmirals von Axarabor dazu, sämtliche Schiffsrouten unauffällig zu überwachen.

Eine Woche kreuzte die STARFIRE die wichtigsten Handelsrouten, ohne dass etwas geschah. Dann empfing sie plötzlich den Notruf eines Frachters, der von mehreren Schiffen angegriffen wurde. Ohne zu zögern entschloss sich Captain Simon Hackett, dem Frachter zu Hilfe zu kommen. Als die STARFIRE aus dem Hyperraum auftauchte, zeigte der Panoramabildschirm drei schwarze unidentifizierbare Schiffe und einen hellen, gebündelten Energiestrahl, der gerade den Bug des Frachters zerschnitt.

Die STARFIRE ging sofort zum Angriff über. Es gelang, eines der schwarzen Schiffe zu zerstören und ein Zweites lahm zuschießen. Doch dem dritten Gegner gelang die Flucht. Die STARFIRE nahm zwar umgehend die Verfolgung auf, doch nach einiger Zeit musste Hackett neidlos anerkennen, das der Pilot sein Handwerk verstand. Immer wieder gelang es ihm, den Energiestrahlen, die von den Kanonen der STARFIRE abgefeuert wurden, auszuweichen.

Wenn doch ein Schuss traf, wurde er von dem starken Schutzschirm absorbiert. Aber Hackett dachte nicht daran, die Verfolgung aufzugeben. Das schwarze Schiff war zwar wendiger als die STARFIRE, aber keineswegs schneller. Früher oder später würden sie den Gegner eingeholt haben. Da flammte der Schutzschirm auf. Die Piraten hatten sich von der Überraschung erholt und das Feuer erwidert.

Das Leuchten des Panoramabildschirms war matt und rötlich. Die Salve hatte das Schiff nur gestreift. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit benötigte die Zielautomatik der Piraten noch eine Weile, bis sie den Verfolger erfasste. Die Entfernung zwischen den beiden Schiffen wurde von Sekunde zu Sekunde geringer. Dann erfolgte ein zweiter Treffer. Diesmal war die Leuchterscheinung kräftiger und hielt länger an, aber noch bestand keine Gefahr für die STARFIRE.

Die Piraten mochten ihre Zielautomatik adjustiert haben, trotzdem war das Ergebnis immer noch zu ungenau. Dem zweiten Treffer folgte rasch ein Dritter. Mühelos absorbierte ihn der Schutzschirm. Die Kanonen der STARFIRE erwiderten das Feuer. Einige Schüsse trafen, aber die meisten verpufften wirkungslos im Weltraum. Hackett hatte nicht die Absicht, das Schiff zu vernichten. Nach Möglichkeit wollte er die Besatzung lebend fangen, um sie verhören zu können. Vor allem ging es ihm darum, endlich zu erfahren, wo sich das Hauptquartier der Piraten befand.

„Das Schiff fliegt direkt auf ein Asteroidenfeld zu“, meldete der Offizier an der Steuerkonsole.

„Die müssen verrückt sein“, rief Commander Gavin Overdic. „Wenn sie einem der großen Brocken zu Nahe kommen, dann war‘s das.“

„Ich glaube nicht, dass sie verrückt sind“, meinte Hackett. „Sie wissen ganz genau, was sie tun. Der Schutzschirm des Schiffes ist stark genug, um auch größere Kollisionen zu überstehen.“

„Soll ich hinterherfliegen?“, fragte der Mann an der Steuerkonsole.

Hackett blickte auf den Panoramabildschirm und schüttelte den Kopf. „Nein, wir brechen die Verfolgung ab. In dem Asteroidenfeld haben wir keine Chance.“

Die STARFIRE verlangsamte ihren Flug und ging in Warteposition. Overdic warf einen Blick auf den Ortungsschirm. Das Signal des Piratenschiffes war nicht mehr zu sehen. Vermutlich enthielten einige der Asteroiden Metallvorkommen, die das Ortungssignal störten.

„Und was nun?“, fragte er. „Sollen wir abwarten, bis das Schiff wieder auftaucht?“

„Sinnlos“, antwortete Hackett. „Selbst wenn wir das Asteroidenfeld umfliegen, werden wir sie nicht mehr einholen.“

Plötzlich sprachen die Ortungsgeräte an.

„Notrufsignal!“, rief der Funker aufgeregt.

„Koordinaten?“, fragte Captain Hackett.

„Kurs eins-sieben-vier.“

Hackett blickte nachdenklich auf den Panoramabildschirm, der die Längsseite der Kommandozentrale einnahm. Jemand rief die Besatzung der STARFIRE um Hilfe. Handelte es wieder um einen Piratenüberfall, oder war es eine Falle?

„Die Signale kommen jetzt klar durch. Offenbar hat das Schiff Probleme mit dem Antrieb.“

„Können Sie feststellen, um was für ein Schiff es sich handelt?“, fragte Hackett.

„Es ist ein kleiner Sternenkreuzer. Maximal acht Mann Besatzung.“

Hackett wandte sich an Commander Overdic, der neben ihm stand. „Was halten Sie davon?“, wollte er wissen.

„Jemand braucht anscheinend unsere Hilfe“, erwiderte er. „Trotzdem finde ich es merkwürdig, dass so ein kleines Schiff allein hier draußen herumfliegt.“

„Vielleicht gehörte es zu einem Konvoi und hat den Anschluss verpasst.“

„Möglich. Trotzdem sollten wir vorsichtig sein.“

Hackett wandte sich an den Mann, der die Steuerkonsole bediente. „Setzen Sie Kurs eins-sieben-vier.“

„Ja, Captain.“

Die STARFIRE beschleunigte und tauchte in den Hyperraum ein. Das Schiff durchbrach die Lichtbarriere. Die mächtige Hülle ächzte unter der enormen Belastung. Auf dem Panoramabildschirm leuchtete die graue Farbe des Linearraums auf. Sekunden später tauchten Konsolen, Sessel, Monitore und Schalttafeln aus der Konturlosigkeit der Transition zurück und gewannen die vertrauten Formen wieder. Auf dem Bildschirm erschien die vertraute Schwärze des Weltraums mit den zahllosen Sternen. Dazwischen schwebte ein Raumschiff.

„Ziemlich klein“, stellte Overdic fest. „Was hat es in diesem Sektor zu suchen? Hier gibt es weit und breit keinen bewohnten Planeten.“

„Vielleicht ist es vom Kurs abgekommen“, vermutete Hackett.

„Ich habe eine Abtastung vorgenommen“, sagte der Kommunikationsoffizier. „Es handelt sich um die DESTINY. Laut Kennung stammt das Schiff von Catula Alpha.“

„Dann ist es aber ganz schön weit von seinem Heimatplaneten entfernt“, erwiderte Overdic. „Gibt es irgendwelche Informationen über den Besitzer?“

„Der Datenbank zufolge gehört es einem gewissen Lester Marok.“

„Wurde es als gestohlen gemeldet?“

„In den Datenbanken ist nichts verzeichnet.“

„Wer ist dieser Marok? Gibt es weiterführende Informationen?“

„Er besitzt auf Catula Alpha eine Softwarefirma mit 30 Mitarbeitern. Hat im letzten Jahr einen Umsatz von mehr als 800.000 gemacht. Engagiert sich für zahlreiche humanitäre Projekte und ist Vorsitzender einer Stiftung, die sich für benachteiligte Kinder einsetzt.“

„Stellen Sie eine Verbindung her“, befahl Hackett.

„Ja, Captain.“ Der Kommunikationsoffizier betätigte einige Tasten auf seiner Konsole. „Verbindung hergestellt. Raumschiff STARFIRE an DESTINY. Können Sie mich hören?“

Auch wenn es Schwierigkeiten an Bord gab, ließ sich die Anfrage mit einer Standartantwort bestätigen. Aber es kam keine Antwort. Nach dreißig Sekunden wiederholte der Offizier seine Frage.

Keine Antwort.

Sechzig Sekunden.

Immer noch keine Antwort.

Hackett blickte auf den Panoramabildschirm, aber dort gab es nur ein schwarz-weißes Rauschen zu sehen.

„Visuelle Verbindung fehlgeschlagen“, meldete der Kommunikationsoffizier. Auch die Audioübertragung funktioniert nur eingeschränkt. Aus den Lautsprechern dringen lediglich ein paar unverständliche Wortfetzen.“

„Gibt es ein Problem?“, wollte Hackett wissen.

„Ich habe es auf sämtlichen Kanälen versucht“, antwortete der Kommunikationsoffizier, „aber ich bekomme keine stabile Verbindung.“

„Offenbar hat die Besatzung nicht nur Schwierigkeiten mit dem Antrieb“, sagte Overdic.

„Ja“, stimmte Hackett ihm zu. „Sieht ganz so aus.“ Er wandte sich an den Offizier an der Steuerkonsole. „Führen Sie einen Thermo-Scan durch.“

„Ja, Captain.“

Sekunden später kam das Ergebnis.

„An Bord befinden sich vier humanoide Lebensformen.“

„Empfangen Sie Lebenszeichen?“

„Ja. Alle vier leben.“

„Aktivieren Sie den Traktorstrahl. Wir werden das Schiff an Bord holen.“

„Ja, Captain.“

Hackett beobachtete den Vorgang auf dem Panoramabildschirm. Der große flimmernde Leuchtpunkt war die STARFIRE. Der kleine Leuchtpunkt symbolisierte den Sternenkreuzer. Die Flugbahn des kleinen Schiffes erschien als gelbe Linie auf dem Bildschirm. Sie führte genau zu dem Leuchtpunkt, der identisch war mit der STARFIRE. In ein paar Minuten musste es in den Hangar des großen Schiffes einfliegen.

Und dann ...

Hackett versuchte, seine innere Anspannung dadurch zu unterdrücken, dass er mit beiden Händen die Sitzlehnen umklammert. Er sah, wie der kleine Leuchtpunkt an der projizierten Linie entlangwanderte und langsam aber sicher dem großen Leuchtpunkt näher kam. Der Sternenkreuzer schien jetzt schneller zu werden. Die Linie, die seine Flugbahn darstellte, schmolz immer mehr zusammen. Auf dem Bildschirm war sie höchstens noch zwei Zentimeter lang, was bedeutete, dass nur noch ein paar Kilometer zwischen den beiden Schiffen lagen.