Die Raumflotte von Axarabor #23: Vendetta zwischen den Sternen

Wilfried A. Hary and Marten Munsonius

Published by Alfred Bekker, 2018.

Inhaltsverzeichnis

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Vendetta zwischen den Sternen

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Vendetta zwischen den Sternen

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Die Raumflotte von Axarabor -  Band 23

von Wilfried A. Hary & Marten Munsonius

Der Umfang dieses Buchs entspricht 72 Taschenbuchseiten.

Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

In den Tiefen des Weltraums gibt es unzählige Zivilisationen auf den unterschiedlichsten Stufen ihrer Entwicklung. Aus der Sicht der gewählten Regierung von Axarabor dürfen nur Zivilisationen mit fortgeschrittener Raumfahrttechnik kontaktiert werden. Alle anderen gelten als unantastbar.

Ihre Einstufung: Z3!

Jeglicher Kontakt steht unter Strafe, und das hat durchaus seinen besonderen Grund. Aber natürlich hält sich trotzdem nicht jeder daran...

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Copyright

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author /COVER 3000AD 123rf Steve Mayer

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de

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Das hättest du wohl nicht gedacht, dass wir dir auf die Schliche kommen, Arg Fental!“

Der Angesprochene blinzelte in die ungewohnte Helligkeit hinein. Sie hatten ihn auf nächtlicher Straße betäubt und entführt. Nur so viel war ihm klar. Und dass man ihm eine Kapuze über den Kopf gezogen hatte, damit er bei seinem Erwachen nichts sehen konnte.

„Was wollt ihr von mir? Wer seid ihr überhaupt? Ich – ich bin nicht reich. Für mich gibt es kein Geld zu erpressen...“

„Geld?“, lachte sein Gegenüber.

Allmählich schälte sich aus der blendenden Helligkeit ein dunkles Gesicht mit einem zerzausten Vollbart und von wirren Haaren umrahmt.

Die Augen glitzerten fanatisch, als das Gesicht hinzufügte „Davon haben wir bereits genug. Was uns noch fehlt, das erhoffen wir uns von dir!“

„Aber – aber ich kann euch nichts bieten. Was wollt ihr überhaupt?“

Abermals lachte sein Gegenüber hämisch und richtete sich auf, um sich beifallheischend umzuschauen.

„Er meint, er könnte uns nichts bieten!“

Dann erstarb sein Lachen, und er beugte sich wieder zu seinem Gefangenen hinunter.

„Wir haben dich lange genug beobachtet – dich und deinen Geliebten!“

„Meinen... was?“, stieß Arg Fental erschrocken hervor.

Und in Gedanken fügte er hinzu: Wieso wissen die von Peris Sumol? Und vor allem: Was glauben sie zu wissen?

Er wusste doch selber so gut wie gar nichts. Vor Jahren waren sie sich begegnet. Eher zufällig. Er hatte ja schon immer gewusst, dass er eine Neigung zum eigenen Geschlecht hatte. Aber das hatte er bisher immer erfolgreich unterdrücken können. Indem er sich ausschließlich auf Frauen eingelassen hatte.

Denn auf seiner Welt mit Namen TORON, war die Gleichgeschlechtlichkeit etwas, was nicht nur verpönt war, sondern das sogar unter Strafe stand.

Überall auf der Welt, also nicht nur in einzelnen Ländern.

Obwohl es natürlich verteilt auf TORON ganz unterschiedliche Zivilisationsstufen gab. Die höchste Stufe hatte unter anderem das Land erreicht, in dem er geboren worden war und in dem er immer noch lebte: SORUM.

Ja, er hatte es unterdrückt, weil es besser gewesen war für ihn. Bis er eben Peris begegnet war. Seitdem wusste er, dass sie wirklich existierte: Liebe auf den ersten Blick!

„Ah, ich sehe schon, du willst es leugnen. Glaubst du wirklich, du kommst damit durch?“

Sein Gegenüber lachte mal wieder hämisch. Dann zeigte er seinem Gefangenen eine Kneifzange.

Arg Fental riss verzweifelt an seinen Fesseln, aber sie schnitten nur noch tiefer in sein Fleisch und vergrößerten die Schmerzen.

„Ich weiß wirklich nicht, was ihr von mir wollt. Ja, ich gebe zu, ich treffe mich manchmal mit Peris Sumol. Wir sind gute Freunde. Aber er ist in geheimer Sache unterwegs, sagte er mir. Mehr weiß ich gar nicht. Dass er halt nicht immer Zeit hat, ja. Aber wann immer er kann, trifft er sich mit mir.“

„Und wie erfährst du, dass es mal wieder so weit ist?“, hakte der Bärtige sofort nach.

„Er ruft mich an!“

„Und wenn du jetzt umgekehrt mal ihn anrufen willst, weil es vielleicht dringend ist?“

„Das – das geht gar nicht, weil ich ja nie weiß, was er gerade macht und wo er sich befindet.“

„Das meine ich gar nicht. Ich meine, gibt es da nicht auch noch eine andere die Möglichkeit, ihn herbei zu rufen?“

„Warum wollt ihr das überhaupt wissen?“, begehrte Arg Fental auf.

Dann stutzte er.

„Moment mal, ihr habt mich gefangenen genommen, um an ihn heran zu kommen? Aber wieso dieser Umstand? Ihr hättet doch einfach nur zu warten brauchen, bis er von allein wieder auftaucht.“

Jetzt konnte er ganz klar sehen. Das Licht blendete nicht mehr.

Der Bärtige richtete sich wieder auf. Er ließ die Zange in seiner Hand mehrmals schnappen. Ein hässliches Geräusch, das Arg Fental einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagte.

„Was meint ihr denn dazu?“, wandte sich der Bärtige in die Runde.

Diese Runde bestand aus drei weiteren Kerlen. Zwei davon übertrafen den Bärtigen beinahe in ihrer finsteren Erscheinung. Sie hatten bullige Figuren und wirkten wie routinierte Todschläger. Der Dritte jedoch steckte in einem feinen Maßanzug. Er war schlank, hochgewachsen und fühlte sich sichtlich unwohl in dieser Umgebung.

Irgendwie kam er Arg Fental bekannt vor.

Was diese Umgebung betraf: Sie befanden sich hier offensichtlich in einem stillgelegte Fabrikgebäude. Wahrscheinlich irgendwo am Rande von Sorum-City, der Hauptstadt von Sorum. Leider nicht nur was die Politik des Landes betraf, sondern auch die Kriminalität. Sie hatte hier den höchsten Stand weltweit, wie Arg Fental wusste.

Von einem Al Capone hatte er genauso wenig gehört wie von einer Stadt namens Chicago, aber Sorum-City war durchaus vergleichbar mit dem Chicago des zwanzigsten Jahrhunderts der Erde. Genauso wie man den Bärtigen vergleichen konnte mit Al Capone. Mit dem Unterschied, dass er als noch brutaler und gnadenloser galt.

Außerdem war es nicht nur sein Ehrgeiz, der größte und mächtigste Verbrecher aller Zeiten zu werden, sondern sein Machthunger ging noch viel weiter...

Deshalb hatte er Arg Fental persönlich gefangengenommen. Denn er hatte den begründeten Verdacht, dass dieser mit einem Alien in Verbindung stand. Mehr noch: Er hatte mit diesem ein sexuelles Verhältnis!

Der Bärtige mit Namen Schomar Falino, „der Al Capone von Sorum-City“, hatte eine ausgeprägte Homophobie. Für ihn war Arg Fental weniger als Dreck, allein schon aus dem Grund, dass dieser auf Männer stand. Dass dieser andere Mann auch noch ein Alien war... Das erzeugte in ihm einen so starken Ekel, dass er am liebsten Arg Fental auf der Stelle getötet hätte, möglichst schmerzhaft sogar. Aber das ging nicht. Noch nicht! Denn nur über Arg Fental würden sie an diesen Peris Sumol heran kommen können.

Das Kalkül war ganz einfach: Wenn es ihnen gelang, an Alientechnologie heranzukommen, hatten sie einen klaren Vorteil, den sie zu ihrem Nutzen einsetzen konnten. Damit würde ihnen möglicherweise die Herrschaft über die ganze Welt offen stehen.

Mit anderen Worten: Schomar Falino sah sich jetzt schon als der uneingeschränkte Herrscher über TORON!

Sein Lachen war so gemein, dass Arg Fental allein schon von daher gesehen glaubte, darüber den Verstand zu verlieren.

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Schomar Falino wurde plötzlich sehr ernst, und das war eigentlich eschreckender als sein gemeines Lachen. Er beugte sich wieder zu seinem Gefangen hinab und fixierte ihn mit seinen stechenden Augen. Dabei ließ er mal wieder die Kneifzange schnappen.

„Weißt du, was man mit so einer Zange alles anstellen kann? Ich sage es dir: Man kann beispielsweise einer schwulen Sau die Eier abreißen und sie ihr ins Maul stopfen, damit sie daran erstickt. Wetten, dass die niemals wieder sich auf einen Mann legt?“

Er spuckte verächtlich zur Seite.

„Aber vielleicht überlege ich es mir ja noch, wenn du kooperierst? Na, wie sieht es aus?“

„Wenn ich bloß wüsste, was Sie von mir wollen und warum!“, stöhnte Arg Fental voller Verzweiflung.

„Aber das sagte ich dir doch schon, Sau! Ich weiß um deinen schwulen Freund und dass er ein Alien ist.“

„Peris ist kein Alien!“, widersprach Arg Fental heftig. „Ich – ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen.“

„Na, was glaubst du denn, wo er sich die ganze Zeit über herumtreibt – wenn er es gerade mal nicht mit dir treibt? Na?“

„Das – das weiß ich nicht. Er hat mir gesagt, das sei geheim.“

„Nun, egal ob ich dir das jetzt glaube oder nicht: Das macht keinen Unterschied. Ich will nur wissen, wie wir ihn herbeirufen können, und das kann ich leider nur von dir erfahren. Alles andere weiß ich ja schon. Denn wir haben das Ganze immerhin jahrelang beobachtet. Alle Achtung, dass so schwule Säue es überhaupt so lange miteinander aushalten.“

„Wir lieben uns!“

„Aha?“

Der Bärtige lachte wie über einen schlechten Witz. Dann stieß er seinem Gefangenen die geöffnete Kneifzwange brutal zwischen die Beine.

Arg Fental schrie auf vor Schmerzen.

„Tut weh, nicht wahr? Und es wird noch viel schlimmer, glaube mir, denn ich habe es mir gerade anders überlegt: Ich kneife dir die Eier nicht einfach ab, um sie dir ins Maul zu stopfen, sondern ich kneife jetzt so lange und so oft zu, bis dort unten nur noch blutiger Matsch ist. Denkst du, das wirst du überleben? Nun, ich glaube kaum.“

„Aber ich weiß doch nicht...“

„Ah, nicht schon wieder, schwule Sau. Obwohl... Kannst ja ruhig weiter leugnen. Das bringt mich dann wenigstens nicht um das Vergnügen, dich zu verstümmeln, dass du niemals wieder an einen anderen Mann denken kannst. Bevor du abkratzt heißt das.“

„Boss!“, warnte der Feingekleidete.

Schomar Falino zog tatsächlich seine Hand mit der Zange zurück. Aber er gönnte dem anderen keinen Blick, sondern beobachtete ganz genau seinen Gefangenen.