Die Raumflotte von Axarabor #34: Planet der verschwundenen Schiffe

Axarabor, Volume 34

Wilfried A. Hary

Published by BEKKERpublishing, 2018.

Inhaltsverzeichnis

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Planet der verschwundenen Schiffe

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Planet der verschwundenen Schiffe

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Die Raumflotte von Axarabor -  Band 34

von Wilfried A. Hary

Der Umfang dieses Buchs entspricht 75 Taschenbuchseiten.

Zehntausend Jahre sind seit den ersten Schritten der Menschheit ins All vergangen. In vielen aufeinanderfolgenden Expansionswellen haben die Menschen den Kosmos besiedelt. Die Erde ist inzwischen nichts weiter als eine Legende. Die neue Hauptwelt der Menschheit ist Axarabor, das Zentrum eines ausgedehnten Sternenreichs und Sitz der Regierung des Gewählten Hochadmirals. Aber von vielen Siedlern und Raumfahrern vergangener Expansionswellen hat man nie wieder etwas gehört. Sie sind in der Unendlichkeit der Raumzeit verschollen. Manche errichteten eigene Zivilisationen, andere gerieten unter die Herrschaft von Aliens oder strandeten im Nichts. Die Raumflotte von Axarabor hat die Aufgabe, diese versprengten Zweige der menschlichen Zivilisation zu finden - und die Menschheit vor den tödlichen Bedrohungen zu schützen, auf die die Verschollenen gestoßen sind.

CORMONA ist eine der verbotenen Welten. Allerdings hält sich nicht jeder an dieses Verbot. Mit fatalen Folgen. Deshalb muss die Raumflotte von Axarabor eingreifen. Ein für allemal.

Zunächst mit dem Scoutschiff PRODAMIN und seiner Crew unter Captain Turon Palimon, der noch nicht ahnt, was sie erwartet...

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author /Cover 3000AD 123rf Steve Mayer

© Serienidee Alfred Bekker und Marten Munsonius

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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postmaster@alfredbekker.de

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Ziel erreicht!“, bedeutete das verabredete Signal, das Turon Palimon, der Captain und Kommandant des Scoutschiffes der Entdeckerklasse PRODAMIN, durch seinen Funkoffizier, den Echsenmann Schroma Schribur, absetzen ließ.

Ein codiertes Signal natürlich, wie mit der hohen Admiralität von Axarabor verabredet. Jetzt wusste man dort, dass der Countdown lief. Falls sie sich innerhalb von vierundzwanzig Stunden nicht erneut meldeten, mit einem weiteren verabredeten Code-Signal, wurde die Raumflotte in Marsch gesetzt. Genaugenommen war die PRODAMIN kein reguläres Mitglied der Streitkräfte, sondern vielmehr ein angeheuertes Schiff unter eigenem Vertrag. Es gab Aufträge, für die man bei den Streitkräften lieber ein solches Schiff schickte.

Wer auf ihr Signalausbleiben zum Einsatz kommen würde, interessierte die PRODAMIN zunächst einmal überhaupt nicht. Schließlich redeten sie sich erfolgreich ein, sowieso nicht in Gefahr zu sein.

Nur Schroma Schribur hatte Bedenken angemeldet, als sein Captain den Auftrag angenommen hatte: „Heißt es nicht, dass dort bereits einige Schiffe verloren gingen? Und wieso schicken die jetzt uns dorthin?“

„Die schicken uns nicht einfach hin, sondern haben allgemein gefragt, ob das jemand freiwillig auf sich nehmen würde.“

„Ach ja?“, hatte der Echsenmann mit seiner anatomisch bedingten Zischelstimme geantwortet, „und dann müssen ausgerechnet wir das sein? Und wieso haben die nicht gleich die Raumflotte hin geschickt?“

Turon Palimon hatte einfach nur gelacht. Und dann hatte er erklärt: „Erstens einmal ist der Auftrag so lukrativ, dass wir davon fünf Jahre lang leben können – mindestens. Zweitens war die Raumflotte schon mehrmals vor Ort, ohne jedoch die geringste Gefahr feststellen zu können. Das heißt, sie sind jedes Mal wieder unverrichteter Dinge wieder zurückgekehrt. Drittens sind wir die einzigen, die sich freiwillig gemeldet haben.“

„Weil die anderen wohl schlauer sind als wir!“, hatte Schroma Schribur vermutet.

Turon Palimon hatte nur die Lippen geschürzt und sich in der Runde umgesehen.

„Noch jemand, der nicht mit dabei sein will?“

„Moment mal!“, hatte sich Schroma sogleich beschwert, „niemand hat gesagt, dass ich nicht mitmachen werde! Aber ich bin Miteigentümer der PRODAMIN, genauso wie jeder von uns. Und jeder hat das gleiche Mitspracherecht, auch wenn wir dich zum Kommandanten gemacht haben, Captain Turon Palimon. Also stelle jetzt ich einmal die Frage: Wer ist dafür, dass wir in die Falle fliegen und wer ist dagegen?“

Alle anderen hoben den Arm und sagten: „Dafür!“

Er hob den Arm und sagte: „Dagegen!“

Dann wandte er sich ab und tat so, als müsste er sich ganz dringend mit seiner Funkanlage beschäftigen. Über die Schulter zurück zischelte er nur noch: „Dann ist es mehrheitlich entschieden. Aber sagt nur ja niemals, ich hätte euch nicht gewarnt!“

Seitdem war er jedenfalls mit dabei und hatte bisher kein weiteres Wort mehr darüber verloren.

Turon warf einen Blick auf seinen 1. Offizier Peris Sumol. Er war der einzige in der Runde, der von seinem Geheimnis wusste: Turon Palimon war ein Psioniker. Mit anderen Worten: Er besaß PSI-Kräfte.

Ja, niemand ahnte auch nur davon. Wann immer seine Kräfte zum Einsatz kamen, um sie beispielsweise aus einer ansonsten ausweglosen Situation zu befreien, hatte er das so hingedreht, als hätte er einfach nur Glück gehabt bei seinem Vorgehen.

Peris Sumol erwiderte diesen Blick. Er war allein schon deshalb zuversichtlich, dass sie hier nicht scheitern würden, weil er eben voll und ganz auf seinen Captain vertraute.

Er schielte nach den restlichen beiden Besatzungsmitgliedern. Da war die einzige Frau in der Fünferrunde Cate Lingsdale, die allerdings nicht wie eine menschliche Frau aussah. Wie Schroma Schribur entstammte sie einer langen Mutationsreihe auf einem eigentlich menschenunfreundlichen Planeten, an den sich die einstigen menschlichen Neusiedler über mehrere tausend Jahre hinweg allmählich angepasst hatten.

Echsenmenschen wie Schroma Schribur allerdings gab es innerhalb des Imperiums häufiger als sogenannte Katzenmenschen. Keiner von ihnen hatte außer Cate jemals einen zu Gesicht bekommen. Es wurde sogar gemunkelt, sie wären deshalb so selten außerhalb ihrer Welt zu finden, weil sie sich unter anderen Menschen und da vor allem unter Nichtmutierten äußerst unwohl fühlten. Man sagte ihnen nämlich nach, ganz besonders sensibel zu sein.

Auf Cate Lingsdale traf das allerdings nicht zu. Zwar sah sie als Katzenfrau eher sanft aus, mit ihrem weichen gestreiften Fell, das nur Augen und Ohren frei ließ, aber wenn sie die Krallen ausfuhr nach Katzenart, belehrte einen das sogleich eines anderen.

Die Frage, wieso letztlich innerhalb des Sternenreiches so wenig Katzenmenschen ihres Kalibers unterwegs waren, hatte sie bis heute nicht beantwortet. Auf diesem Ohr war sie gewissermaßen auf Dauer taub. Also mussten selbst ihre engsten Freunde hier an Bord – und dazu zählte eigentlich jeder von ihnen – zugeben, über die Geburtswelt der Katzenfrau praktisch gar nichts zu wissen. Und das sollte wohl nach Meinung von Cate auf Dauer so bleiben, obwohl niemand auch nur ahnte, was der Grund dafür sein sollte. Immerhin war die Katzenwelt, wie man sie allgemein nannte, Vollmitglied des Imperiums und stand unter dem Schutz der Raumflotte von Axarabor, obwohl sie sich weigerten, auch nur ein einziges Raumschiff von außerhalb auf ihrer Welt landen zu lassen.

Dann war da noch Brun Sanwick, ein außerordentlicher Muskelmann, der nur wenig sprach. Er war ein überragender Kämpfer. Aus seiner Vergangenheit war lediglich bekannt, dass er Angehöriger der Raumflotte gewesen war. Dort hatte man ihn zu diesem kampfstarken Krieger ausgebildet. Wieso er letztlich aus der Flotte ausgeschieden war, blieb genauso ungewiss wie seine eigentliche Herkunft.

Immerhin schien die Raumflotte ihm bei seinem Abgang eine hübsche Abfindungssumme bezahlt zu haben, mit der er sich dann als Miteigentümer der PRODAMIN hatte einkaufen können.

Im Gegensatz zu Cate hatte er bar bezahlen können. Cate hatte dafür einen Kredit aufnehmen müssen, der bis heute jedoch längst zurück bezahlt war. Ohne die Bürgschaft der anderen, die Cate damals schon blind vertraut hatten, wäre ihr die Aufnahme eines Kredites allerdings niemals gelungen. Welche Bank gab denn schon einer Katzenfrau einfach so einen Kredit?

Schroma Schribur hatte seinerseits genauso bar bezahlen können wie Brun Sanwick. Nicht etwa über eine Bank, sondern in der Tat bar. Turon Palimon nahm heute noch an, dass Schroma Schribur da eine Geldquelle angezapft hatte, über die er zurecht niemals sprach. Vielleicht war er sogar in kriminelle Dinge verwickelt gewesen? Aber es gab dafür nicht wirklich Anhaltspunkte. Vor allem hatte es niemals zu irgendeinem Zwischenfall geführt, der dies hätte vermuten lassen.

„Also gut“, sagte Captain Palimon schließlich, „führen wir unseren Plan durch. Wir landen nicht mit der PRODAMIN, sondern mit einem der Beiboote.“

Er nickte seinem ersten Offizier zu.

„Du bleibst gemeinsam mit Schroma Schribur an Bord. In meiner Abwesenheit vertrittst du mich. Schroma ist verantwortlich für die Funk- und Ortungsanlage. Ihr wisst beide, dass wir die PRODAMIN nicht sich selbst überlassen können. Außerdem ist es uns von der planetaren Oberfläche aus nicht mehr möglich, per Funk die Flotte zu erreichen.“

„Alles klar!“, sagte Peris nur und nickte zustimmend.

Schroma enthielt sich seiner Meinung und beschäftigte sich mal wieder angelegentlich mit seiner Anlage. Als müsste er alles noch einmal sorgfältig überprüfen.

Obwohl die Scanner bestätigt hatten, dass die Atmosphäre auf dem Planeten atembar war, schlüpften sie in Schutzanzüge. Diese waren zwar dünn und anschmiegsam wie eine zweite Haut, aber sie wirkten wie eine Panzerung, die sogar Geschosse abprallen lassen konnten. Zusätzlich besaßen sie einen flexiblen Helm, der bei der geringsten Luftveränderung sich sofort schließen konnte, während er ansonsten zusammengefaltet im Nacken blieb.

Erst jetzt bestiegen sie das Beiboot, das gerade mal genug Platz für drei bereit hielt, eben Turon, Cate und Brun. Dass Turon genau diese beiden als seine Begleiter ausgesucht hatte, war kein Zufall. Es war, als würde er ahnen, dass ihre Kampfkraft vonnöten sein würde.

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Der Planet CORMONA stand so plastisch mitten in der Zentrale des Scoutschiffes der Entdeckerklasse, als könnte man danach greifen. Dabei war es lediglich eine Projektion, die Peris jetzt umschritt und dabei genauestens betrachtete.

„Da stimmt etwas nicht!“, hatte Schroma behauptet, kaum dass ihr Captain mit seinen beiden Begleitern abgelegt hatte.

„Wie bitte?“, hatte Peris gesagt und darum gebeten, den Planeten genauer in Augenschein nehmen zu können.

„Ich weiß nicht, was du meinst“, murmelte er vor sich hin. „Eine Dschungelwelt. Dieser Dschungel ist dermaßen von Nässe gesättigt, um es einmal so zu formulieren, dass nicht mehr viel übrig bleibt für irgendwelche Weltmeere. Deshalb ist wohl nur ein Drittel der Planetenoberfläche von Meer bedeckt. Alles andere ist fast ausschließlich Dschungelgebiet, durchzogen von einem endlosen dichten Netz aus Flüssen und Seen aller Größenordnungen.“

„Das meine ich nicht!“

„Was denn sonst? Ich sehe nur einen verschwindend geringen Anteil von Steppe hoch im Norden. Es gibt praktisch keinerlei Wüstengebiete.“

„Ich habe sämtliche Daten verglichen mit denen, die uns die Raumflotte mit auf den Weg gegeben hat“, ließ Schroma endlich die berüchtigte Katze aus dem Sack: „Keinerlei Abweichungen! Also nicht die geringsten!“

„Und da kommst du auf den Gedanken, dass hier etwas nicht stimmt?“, wunderte sich Peris.