Dirk C. Fleck

FEUER AM FUSS

Die Maeva-Trilogie 3

 

 

AndroSF 49


Dirk C. Fleck

FEUER AM FUSS

Die Maeva-Trilogie 3

 

AndroSF 49

 

 

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

 

© dieser Ausgabe: September 2015

    p.machinery Michael Haitel

 

Titelbild: Galyna Andrushko, Hike in Desert, fotolia.de

Layout & Umschlaggestaltung: global:epropaganda, Xlendi

Lektorat: Michael Haitel

Herstellung: Schaltungsdienst Lange oHG, Berlin

 

Verlag: p.machinery Michael Haitel

Ammergauer Str. 11, 82418 Murnau am Staffelsee

www.pmachinery.de

für den Science Fiction Club Deutschland e. V., www.sfcd.eu

 

ISBN der Printausgaben

Paperback: 978 3 95765 037 5

Hardcover: 978 3 95765 038 2

Weinkarte: 978 3 95765 039 9


Dirk C. Fleck

FEUER AM FUSS

Die Maeva-Trilogie 3


Wenn wir es auch nicht erleben, im Geiste haben wir alles vollendet gesehen.

John Knittel


Gebrauchsanleitung. Ein Vorwort

 

 

Sie müssen dieses Vorwort nicht lesen. Natürlich werden Sie es trotzdem tun, man lässt in einem Buch nichts ungelesen zurück. Die überblätterten Seiten machen sich während der Lektüre nämlich wichtig, sie geben einem das Gefühl, als fehle etwas zum Verständnis. Zumal dann, wenn sie den Titel »Gebrauchsanleitung« tragen, was sehr ungewöhnlich ist für einen Roman. Aber egal ob sie diese Zeilen nun jetzt lesen oder später, es ist in jedem Fall bereichernd. Jenen Lesern, die der Versuchung durchgehend widerstehen können, sei jedoch gesagt, dass sie der Verzicht auf die Gebrauchsanleitung keineswegs ins Defizit bringt.

»Feuer am Fuß« ist ein Roman, der ohne Erklärungen auskommt. Es handelt sich um eine literarische Hochrechnung, die jeder, der seine Augen einigermaßen offen hält, sofort nachvollziehen kann. In dem Roman geht es um nichts weniger als den Zusammenbruch unserer Zivilisation, die in ihren Grundfesten bereits heute stark erschüttert wird. Im Jahre 2035 aber wächst angesichts der globalen Katastrophe in manchen Regionen der Erde ein neues Bewusstsein heran, das die Menschen wieder in Verbindung bringt mit der Schöpfung. Das ist die ganze Geschichte dieses Buches. Allerdings treten einige seiner Protagonisten hier nicht zum ersten Mal auf.

Cording, Maeva, Omai, Steve Parker und einige andere, nicht ganz so wichtige Charaktere, sind den Lesern der Romane »Das Tahiti-Projekt« und »MAEVA!« (im Taschenbuch »Das Südsee-Virus«) bestens bekannt. In »Feuer am Fuß« sind sie allerdings dreizehn Jahre älter als im »Tahiti-Projekt«, dessen Geschichte zusammengefasst so geht:

Im Jahre 2022 lädt der junge tahitianische Präsident Omai fünfzig internationale Pressevertreter ein, damit sie sich vor Ort ein Bild von der sozio-ökologischen Neuausrichtung der Gesellschaftsinseln machen können, die sich für den radikalen Umbau jahrelang vor der Weltöffentlichkeit abgeschottet hatten. »Wir haben Sie hergebeten«, beginnt Omai seine Begrüßungsrede, »damit Sie sich davon überzeugen können, dass die menschliche Gemeinschaft funktioniert. Dass sie frei sein kann von Missgunst und Vorteilsnahme, dass die Kluft zwischen Arm und Reich nicht zwingend notwendig ist. Die menschliche Gemeinschaft ist unsere Heimat. Ebenso wie die Natur unsere Heimat ist. Wir Polynesier begegnen uns im gegenseitigen Respekt und verstehen, dass der Natur das gleiche Recht gebührt. Wir haben damit begonnen, unser Leben neu zu organisieren. Wir organisieren es unter dem Einfluss jener großen Seele, die allen alten Kulturen innewohnt. Die Menschheit ist entschieden zu weit gegangen – es ist an der Zeit, wieder Lebensqualität statt Gier und Zerstörung zu produzieren.«

Unter den geladenen Journalisten befindet sich auch Cording, Chefreporter des EMERGENCY-Magazins. Wie jeder seiner Kolleginnen und Kollegen bekommt auch er einen tahitianischen Guide zugewiesen, der ihm die Errungenschaften auf der Insel näher bringen soll. In seinem Fall handelt es sich um Maeva, die Schwester Omais. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die auf eine harte Probe gestellt wird, als ein Whistleblower den Tahitianern verrät, dass der weltweit größte Energiekonzern Global Oil damit begonnen hat, in den tahitianischen Hoheitsgewässern illegal nach Manganknollen zu schürfen, was eine Umweltkatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes nach sich ziehen könnte. Cording und Steve Parker, ein junger Computerfreak und Sohn von Cordings Chefredakteurin, der ihm bei dieser Reise quasi aufs Auge gedrückt wurde, beginnen im Internet den Widerstand gegen den Ölmulti zu organisieren.

»MAEVA!« spielt im Jahre 2028. Omais Schwester ist zur Vorsitzenden der URP (»United Regions of the Planet«, einer alternativen UNO) gewählt worden. Angesichts der globalen Ökokrise begibt sich die junge Tahitianerin auf eine rettende Mission rund um den Erdball. Ob in Australien, in Burma, China, Deutschland, Südafrika, Bolivien, Kuba oder Kalifornien: Maeva ist überall dort, wo Menschen ihre Zukunft neu gestalten – oder sie vielleicht für immer verspielen. Mit im Team: Cording, Steve Parker und John Knowles, ein Journalist der New York Times, der auch schon auf Tahiti dabei war. Sie dokumentieren »Maevas Reise« im Internet, wo sie zu einem weltweit beachteten Format heranwächst. Maevas Ideen für eine lebenswerte Zukunft berühren Millionen Menschen rund um den Globus.

Doch je mehr sich ihre »Politik des Herzens« wie ein positiver Virus verbreitet, desto stärker gerät sie ins Visier der Mächtigen. In ihrem Kampf gegen gierige Konzerne, Atomkraft und Gentechnik wandelt sie sich von einer sanften Mahnerin zu einer kämpferischen Jeanne d’Arc der Ökologie. Nach einem Attentat, dem nicht Maeva, sondern einer ihrer Begleiter zum Opfer fällt, beschließen Omai und Cording, sie aus der »Schusslinie« zu nehmen. Sie inszenieren einen Flugzeugabsturz, dem Maeva angeblich zum Opfer fällt, und entführen die »Verstorbene« auf die Südseeinsel Rapa Iti, wo sie fortan in einer Art Verbannung lebt. Cording, der seine Geliebte eigentlich schützen wollte, ist unversehens zum Verräter an ihr geworden. Als sich eines Tages eine Frau auf Tahiti zeigt, auf deren vollständig tätowiertem Gesicht die Tattoos in traditioneller »Schreibweise« die Geschichte seines Verrats erzählen, scheint die Kluft zwischen ihm und seiner Geliebten für immer unüberwindlich.

Sieben Jahre später wird Cording, der keinen Frieden mehr mit sich selbst finden konnte, bei einer Razzia in einer stillgelegten Moskauer U-Bahn-Station aufgegriffen. Hier beginnt der Roman »Feuer am Fuß«.

Noch einmal: Alle drei Romane erzählen ihre eigene Geschichte, sie funktionieren auch ohne die beiden anderen. Im »Tahiti-Projekt« wird ein positiver Gesellschaftsentwurf sinnlich erfahrbar gemacht. »MAEVA!« erzählt vom Erfolg und den Widerständen, die denjenigen entgegen schlagen, die diesen Entwurf abseits des kapitalistischen Systems gesellschaftsfähig machen wollen. »Feuer am Fuß« zeigt auf, dass wir demnächst über verbrannte Erde laufen werden, wenn wir nicht endlich zur Besinnung kommen. Gleichzeitig nährt der Roman das zarte Pflänzchen Hoffnung, ohne das wir an den Umständen wohl verrückt werden würden …


Die wichtigsten Personen

in der Reihenfolge ihres Auftretens

 

 

Cording (59), Chefreporter beim EMERGENCY-Magazin, das dem britischen Medienmogul Rupert Matlock gehört. Ein Ableger des Magazins ist EMERGENCY-TV.

Nikolaj Timofejew (47), russischer Oligarch, der einen Teil seines Vermögens der URP (United Regions of the Planet) zur Verfügung stellt.

Mike Kühling (55) Chefredakteur beim EMERGENCY-Magazin und Nachfolger von Lydia Parker, der Mutter von Steve.

Steve Parker (32), Freund Cordings und Maevas. Reist im Auftrage der URP in jene Regionen, die Probleme melden.

Francis D. Copland (64), Chef des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA, der nicht mehr der US-Regierung unterstellt ist, sondern von den zehn größten Unternehmen des Landes finanziert wird.

Rauura (72), tahitianischer Schamane und Vorsitzender des Geheimbundes der Arioi.

Omai (36), tahitianischer Präsident und aktueller URP-Vorsitzender.

Maeva (32), ehemalige URP-Vorsitzende, die der Weltöffentlichkeit als Opfer eines Flugzeugabsturzes präsentiert wurde und nun an der Seite ihres Bruders im Verborgenen wirkt.

Akiyama Kobayashi (48), japanischer Dissident.

Eric Becher (50), deutscher Quantenphysiker und Mitglied im Wissenschaftsrat der URP.

Rajani Bala (63), weltweit bekannte indische Umweltaktivistin und Nachfolgerin Maevas im Amt der URP-Vorsitzenden, das sie freiwillig an Omai übergibt.

Daemon (34), Anführer der Ökoguerilla 43 a. C.

Jayden (11), Junge aus Detroit, dessen Eltern verhaftet und verschleppt wurden.

Rudolf (39), Maevas Leibwächter.

Malcolm Double U (35), Milliardär und Aussteiger. Animiert die »guten« Reichen dazu, ihr Vermögen zu großen Teilen der URP zur Verfügung zu stellen.

Ted Holcomb (41), Flüchtling aus einem FEMA-Camp.

Elijah Pinter (66), US-Milliardär. Steht auf der Todesliste der Ökoguerilla 43 a. C.

Running Wolf (54), Medizinmann der Lakota-Sioux. Sein bürgerlicher Name ist William Jameson, er ist Professor für Sprachwissenschaften an der Harvard Universität sowie Vorsitzender des AIM (American Indian Movement).

Ehawee, das lachende Mädchen (29), Mitglied in Running Wolfs Delegation. Ihr bürgerlicher Name ist Doktor Avery Coffin, sie arbeitet als Psychotherapeutin im Reservat der Lakota-Sioux in South Dakota.